Beziehungsunfähig 8

Und hier nun, wie von Einigen befürchtet, der nächste Teil meiner kleinen Geschichte.
Mal schaun…

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Harz

Ich lag noch lange wach an jenem Abend. Der Gedanke an das Erlebte, so bizarr es auch schien, hielt mich wach. Davon mal abgesehen, dass meine Kopfschmerzen wie weg geblasen waren.

So lag ich nun mehr oder weniger sinnlos in meinem Bett und grübelte.
Ich konnte mir Oui’s Verhalten einfach nicht erklären.

‘Warum hatte sie das gemacht? Noch, bevor sie mich kennen lernte. Ich meine, so richtig.’
‘War das nicht normaler Weise umgekehrt? Erst kennen lernen, dann miteinander intim werden..?’

So lange ich auch grübelte; eine Erklärung fand ich nicht; vielleicht auch geschuldet meiner Müdigkeit.

‘Rätsel.’

Und so schlief ich dann doch irgendwann ein.
Hatte einen merkwürdigen Traum.
Ich war gerade damit fertig, meinen rechts abgesetzten Seiten Längsdrehmeisel nach zu schleifen. Und als ich zu meiner Drehmaschine zurückkam, räkelte sich Oui darauf. Rieb ihre Scham an der Zentrierspitze des Reitstocks und forderte mich auf, sie anzufasen.
Wobei ich gar keine Scharfen Kanten erkennen konnte.
Nach dem Erwachen hatte ich ein eigenartiges Gefühl bei dem Gedanken an den Traum; ich beschloss, lieber niemandem davon zu erzählen.

Auch die nächsten Tage ging mir das Ganze nicht aus dem Kopf.
Ich will jetzt nicht behaupten, ich hätte das Omnipräsent gehabt; aber es blitzte immer mal wieder durch mein Hinterstübchen.
Mit ein wenig Abstand hatte ich zumindest eine gewisse Theorie entwickelt; da war ich wenigstens etwas weiter gekommen.
Ich gelangte zu dem wahrscheinlichen Schluss, dass es wohl eine emotionale Kurzschlussreaktion durch die frische Trennung von ihrem langjährigen Freund gewesen war.
Obwohl ich nicht genau wusste, was in diesem Fall ‘langjährig’ bedeutete.
Auf jeden Fall war es das Plausibelste, was mir dazu einfiel.

Aber vielleicht war es ja möglich, sie noch ein wenig kennen zu lernen.
Das ein echtes ‘von vorn’ nicht möglich war, war mir klar. Aber möglicherweise.
So nahm ich mir denn vor, sie beim nächsten Treffen anzusprechen.
Nicht direkt auf das Erlebte; das würde ich wahrscheinlich nicht hinkriegen.
Aber was sprach dagegen, sie mal zum Essen einzuladen. Oder auf was zu trinken.
Wer weiß…

Nur leider ergab sich diese Chance nicht.
Seit dem beschriebenen Abend ließ Oui sich nicht mehr blicken. Das wusste ich auch, weil ich, so unauffällig wie möglich, mich immer mal erkundigte, ob jemand sie gesehen hatte.
Ich hörte immer nur ein Nein als Antwort.

Mit der Trennung von ihrem Freund hatte sie sich wohl endgültig aus der Gruppe verabschiedet; und, als ob Oui der Kitt gewesen war, der diese Gemeinschaft zusammen hielt, löste sich sie sich nach und nach auf.
Die Gemeinschaft mein ich. Nicht Oui.

Ich wusste auch nicht, wo sie wohnte. Und anfangs traute ich mich nicht, jemanden danach zu fragen; blöderweise war irgendwann niemand mehr da, den ich fragen konnte.

Ein paar Wochen später begann mein Zivildienst.
Für die Jüngeren unter euch: So nannte sich damals der Ersatzdienst zum Wehrdienst.

Durch das Ausspielen einiger Beziehungen, die meine Mutter aus ihrem früheren Arbeitsumfeld noch hatte, ergatterte ich eine Stelle direkt in meinem Heimatort; in dem ansässigen Krankenhaus.

Nun bin ich nicht der Typ, der sich um den Ausfluss, egal welcher Art, anderer Leute kümmern kann. Nicht, weil ich mir zu schade dafür bin.
Ich hätte nur in so einem Arbeitsfeld eher dafür gesorgt, dass sich die Ausflussmenge verdoppelt. Mindestens verdoppelt.
Aber ich will nicht angeben.

So wurde ich in die Richtung Technik und Transport gesteckt.
Das hieß unterm Strich Wäschewaschen, in der Apotheke Medikamente sortieren und Handlangerarbeiten für die Haustechnik vollbringen. Kein Problem soweit.
Mein größter Aufgabenbereich lag aber im Transport. Sowohl von Patienten als auch Blutkonserven und Anderem. Und ich kann rückblickend sagen, dass ich diese Zeit nicht missen möchte.
Da ich aus einem Dreischichtsystem mit Zeitlohn in den Zivildienst kam, empfand ich diesen, mit seinen vielen Aufgaben, unter denen so manch Festangestellter ächzte, als achtzehn Monate andauernden Urlaub.

Hier und da mal was schrauben oder basteln, oder in der Weltgeschichte herum gondeln. Und alles immer ganz wichtig.

In dieser Zeit hatte ich auch meinen ersten Kontakt mit einem neuen Phänomen, welches sich seinen Platz auf dem Markt suchte.
Es nannte sich Handy und war eine Art Mobiltelefon. Wir hatten das dienstlich, um jederzeit erreichbar sein zu können. Ich bezweifelte, ob sich das durchsetzen würde; wer will schon immer erreichbar sein.
Aber ich hatte da keine Wahl.
Mein Modell war von Motorola. Den Typ weiß ich nicht mehr; ich nannte es liebevoll ‘Brikett’. Von der Größe und dem Gewicht zumindest kam es hin.
Es hatte zwei Akkus, deren maximale Nutzbarkeit acht Stunden betrug. Jedenfalls der Eine; der Andere war durch falsches Laden auf zwei Stunden gedrosselt.
So war ich eigentlich mehr damit beschäftigt, die Akkus zu laden als zu telefonieren.
Bei einem Minutenpreis von 1,79 D-Mark fand das auch niemand so schlimm.

Den gewaltigsten Unterschied, den ich zu meinem bislang gewohnten Beschäftigungsumfeld erkannte, lag jedoch in der Geschlechterverteilung.
War ich es gewohnt, in einer eher männerlastigen Umgebung zu arbeiten, in der Frauen nur die Ausnahme bildeten, war es nun komplett herumgedreht.

Schwestern und Schwesterschülerinnen, wohin man kam. Und aller Couleur.

Ja, ich will es nicht klein reden; es war eine schöne Zeit. Angenehmer Umgang. Abende im Schwesternwohnheim, in das man sich ab und zu hinein schmuggeln konnte.

Wer allerdings denkt, dass dann eventuell die ‘Post abging’, ja sogar ‘die Kuh geflogen war’ hat meiner Ansicht nach zu viele Eis am Stiel Filme gesehen.
Männerbesuch nach 20 Uhr war strikt untersagt, ein Verstoß konnte bis zur Kündigung des Ausbildungsverhältnisses geahndet werden. Und das wollte keiner riskieren.
Klar wurde auch hier und da mal ein Auge zugedrückt; bloß übertreiben durfte man es nicht. Und so tat es auch keiner.
Und wer schon mal als einziger Teilnehmer männlichen Geblüts unter zwanzig bis dreißig kichernden und geckernden Mädchen, welche dann noch wie Zerberus auf das Fehlverhalten ihrer besten Feindin lauerten, war, kann eventuell verstehen, dass das auch anstrengend sein kann.

Außerdem hatte ich meinen Blick auf eine spezielle Schwesterschülerin geworfen. Aber dazu später mehr.

Sei es wie es sei, es war trotzdem schön. Und wenn mir jemand weiß machen will, dass die Gemeinschaftsdusche bei der Bundeswehr besser als oben Geschriebenes für mich gewesen wäre, kann ich mir bis heute bei diesen Belehrungen gar nicht oft genug an den Kopf fassen.

Aber mit den guten Zeiten ist es wie mit den Schlechten: Alles was beginnt hat auch ein Ende, Neo.

Meine Zivildienstzeit war fast beendet. Ich stand kurz vor meinen zweiwöchigen Urlaub; anschließend noch einen Monat Dienst. Und dann war Schluss.
In dieser ausklingenden Phase wurde ich von meinem Dienstherrn geschont. Wobei ich das als absolut lachhaft fand.
So musste ich morgens um Sieben nur pünktlich erscheinen. Dann saß ich bis Neun Uhr in meinem Bereitschaftszimmer, bis ich endlich Frühstücken konnte. Meistens schlief ich dort noch eine Runde. Nach dem Frühstück fuhr ich die Post. Das dauerte ca. bis Zehn Uhr. Dann hatte ich bis zur 13 Uhr Postrunde frei.
So war jede Menge Zeit tot zu schlagen.

Ich hatte es mir zur Angewohnheit gemacht, nach dem Mittag einen Abstecher in die Spielothek zu machen. Für einen Verdauungskaffee und einen kleinen Plausch. Egal mit wem; wer halt da war.

Ein paar Tage vor meinem Urlaub ging ich mal wieder hin; um mir die Zeit nicht lang werden zu lassen.
Ich betrat den kleinen Vorraum, bog nach rechts um die Ecke Richtung Tresen. Vorbei an den Pokerautomaten. Und dort blieb ich wie vom Donner gerührt stehen.

An dem zweiten Automat, mir seitlich zugewandt, saß Oui.

Es war nun über ein Jahr vergangen, als ich sie zum letzten Mal gesehen hatte. Und sie hatte sich verändert.
Sie trug die Haare wieder Schulterlang.
Aber das war es nicht.
Bekleidet war sie nicht, wie gewohnt, mit etwas elegant-legeren, sondern hatte eine bei ihr früher undenkbaren Latzhose an.
Aber das war es auch nicht.

Unter ihrer Latzhose wölbte sich ein schier gigantischer Bauch.
‘Schwanger.’ schoss es mir deduktiv durch den Bregen.

Ich trat näher zu ihr.

„Hi Oui.“
Oui sah kurz zu mir auf „Hi.“
Dann wandte sie sich wieder ihrem Spiel zu.
In einem gezwungen Anflug, witzig sein zu wollen fragte ich „Was hast du denn gemacht.“
Ohne aufzublicken antwortete sie „Ich hab nen Ballon verschluckt.“

Dann war wohl ihre Spielrunde beendet; sie lehnte sich in ihrem Stuhl nach hinten. Wobei sie erleichtert stöhnte.
Nun sah sie mich das erste Mal richtig an. Es dauerte ein oder zwei Momente, dann hellte sich ihr Gesicht auf.
„Och Hi, du bist es!“ Strahlte Oui mich an. „Ich hätte dich beinahe nicht erkannt!“

Ich war in dem Moment zwar nicht sicher, wer sich von uns beiden mehr ‘verändert’ hatte; äußerte meine Bedenken aber lieber nicht.

Oui saß in ihrem Sessel, und diese kleine Person schaffte es fast, ihn gänzlich auszufüllen.
Ich zeigte auf ihren Bauch.
„Welcher Monat?“
Oui legte, wie zum Schutz, eine Hand auf die voluminöse Rundung und streichelte diese.
„Neunter Monat. Ist bald soweit.“
„Na dann alles Gute!“ wünschte ich ihr aufrichtig Glück.
„Danke, wird schon schief gehen!“ strahlte Oui zurück und klopfte sich mit ihrer kleinen Faust dreimal an die Stirn.
Ich sah zu ihr herab.

Dieses kleine Persönchen wirkte verloren in ihrer Latzhose. Offensichtlich war es eine von ihrem Freund, denn ich bemerkte, dass die Hosenbeine so oft umgeschlagen war, dass sich unten eine dicke Wulst bildete.
„Braucht dein Freund seine Hose nicht?“ fragte ich feixend. In dem Moment schoss es mir durch den Sinn, eventuell gerade ein riesiges Fettnäpfchen aufgetan zu haben.
„Ne, der hat sie mir geborgt solang.“ feixte Oui zurück.

‘Puh, Glück gehabt.’ Ich mochte mir gar nicht ausdenken, wie armselig meine Rückzuggefechte gewesen wären, wenn der Freund, den ich impulsiv annahm, nicht mehr da gewesen wäre.
‘Aber so, alles gut.’

„Steht dir wirklich gut!“ sagte ich, immer noch grinsend, aus meiner Erleichterung heraus.
„Ha ha.“ erwiderte Oui, jetzt nicht mehr ganz so fröhlich. „Das ist zurzeit das Einzigste was mir passt.“
‘Einzige.’ korrigierte ich sie unterbewusst.
Oui zog frustriert an den Trägern ihrer Hose.
Als sie das tat, quollen ihre Brüste links und rechts hinter dem Latz hervor.
Der Busen war, trotz T-Shirt unübersehbar, nicht beschalt.
Das Shirt hatte sich, vermutlich durch vor- und zurücklehnen während des Spiels, in die Spalte zwischen Bauch und Brust verirrt; so war jede Kontur zu erahnen.
Sie hätte im Grunde genommen auch unter der Latzhose nackt sein können.

Größer, ja viel größer als zu dem Zeitpunkt, als es mir vergönnt war sie zu begaffen, thronten die Brüste pompös sie auf ihrem Schwangerschaftsleib.
Ihre Brustwarzen schienen ebenfalls vergrößert zu sein; deutlich zeichneten sie sich unter dem dünnen Stoff ab.

Auch wenn ich mich sogleich dafür schämte; bei dem Blick auf die geballte Weiblichkeit durchzuckte es mich. In einem unanständigen Bereich meines Körpers.

‘Jetzt reiß dich zusammen, das ist bald ne Mama!’

Schande über mich.

Oui sah mich an, und ich hatte schon die Befürchtung, sie hätte gemerkt, was mir eben gerade noch durch den Kopf geschossen war.

Mit dem geseufzten Satz „Ja, die Möpse sind auch gigantisch geworden.“ zerstreute sie meine Befürchtung nicht.

„Tut das weh, bei der Größe?“ fragte ich das Ehrlichste, was mir in den Sinn kam.
Oui nickte. Ich denke nicht, dass ihr leidender Blick gespielt war.

So unterhielten wir uns noch über dies und das. Den gemeinsamen Abend erwähnter keiner von uns. Aber das machte mir nichts aus. Ich freute mich einfach, sie wieder zu sehen. Und das es ihr gut ging.
Als ich dann wieder zurück zu meiner postalischen Aufgabe musste, schenkte ich ihr noch den Apfel, welcher beim Mittag übrig geblieben war.
Eigentlich hatte ich ihn mir für später aufgehoben, aber als ich sah, mit welcher Begierde Oui ihn gerade zu in sich hinein schlang, war ich es zufrieden.

Wir verabschiedeten uns, wobei sie sitzen bleiben durfte. Sie wollte erst wieder aufstehen, wenn sie entweder nach Hause musste. Oder auf die Toilette.
Ich gestand es ihr zu.

Wir versprachen uns, in Kontakt zu bleiben.
Ein Versprechen, dass nicht gehalten werden sollte.

Ein paar Tage später begann mein Urlaub; ganze zwei Wochen.
Da ich, als armer Zivi, nicht groß weg fahren konnte, beschränkte ich mich auf ein langes Wochenende bei Verwandtschaft an der Küste. Ich freute mich wahnsinnig darauf, die ganze Bande mal wieder zu sehen. Besonders meine Cousine; wir hatten schon von klein auf ein gutes Verhältnis zueinander. Schon eher wie Geschwister.

Also dann – Donnerstag los, Montag wieder zurück.

Die Hinfahrt war eine Katastrophe. Über die A4 ging es ja noch. Bis kurz vor Jena. Dann auf die A9; und dort begann mein Leidensweg. Baustelle an Baustelle. Kilometer lang. In meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich damals, dass wäre nur ein vorübergehender Zustand dieses Abschnittes. Ich denke, heute wissen wir es alle besser.
Und, quasi als Extra oben drauf, waren einige Baustellenenden mit zusätzlichen Auffahrunfällen garniert. Für die, die gar nicht schnell genug aus der Baustelle rauskommen konnten.
So brauchte ich statt der üblichen viereinhalb Stunden satte zwei Stunden länger, um an mein Ziel zu kommen.
Deshalb lief an dem Tag auch nicht mehr viel. Wir schmissen mein mitgebrachtes Bratwerk auf den Grill; und nachdem nahezu alles vertilgt war, ging ich auf mein Gästezimmer und legte mich auf das Bett. Erstmal nur kurz, war aber alsbald eingeschlafen.
Der Körper nimmt sich, was er braucht.

Der nächste Tag begann spät für mich; erst zum Mittag. Mit leichten Kopfschmerzen quälte ich mich aus dem Bett; zu langes Schlafen hat auch seinen Preis.
Nachmittags kam meine Cousine auf die Idee, wir könnten doch baden fahren. Da da Wetter ideal dazu war, fuhren wir los.
Meine Cousine navigierte mich gezielt in ein kleines Wäldchen, welches ich als Ortsfremder niemals angesteuert hätte. Nach gut fünf Minuten kamen wir an einem ruhigen kleinen See an. Es waren ungefähr zwanzig weitere Badegäste anzutreffen. Ich fand es einfach wundervoll. Meine Base fand es zu voll. Was für ein Luxus.
Also hieß es wenden und den nächsten See ansteuern.
Dort angekommen, gleichfalls versteckt wie der Erste, waren nur acht schwimmwütige zugegen. Das schien ok zu sein, denn mir wurde geheißen, zu halten.

Nun endlich konnte ich meine neue Badeshorts einweihen.
Ja, ihr lest richtig, es gab nun auch Shorts fürs Baden. Toll. So feierte ich eine kleine Premiere an diesem Nachmittag.
Wir schwammen ein wenig, das Wasser war angenehm kühl. Durch die umstehenden Bäume heizte es sich kaum auf.
Als wir das Gewässer verließen, merkte ich, dass der Stoff der Badeshorts für den Umgang mit Wasser suboptimal war. Er lag klatscheng an. Man, dass war vielleicht ein unangenehmes Gefühl; als ob abgestorbene Haut sich nicht vom Fleisch trennen wollte.
Als ich so aus dem Wasser stakste, ständig an den Hosenbeinen meiner Shorts zerrend, bemerkte ich den starrenden Blick meiner Cousine. Dafür hatte ich jetzt aber keine Zeit, ich musste mir erst mal selbst helfen.
Als ich mich auf mein Handtuch legte, schien meine Cousine auch ihr Problem selbst gelöst zu haben; sie schien wieder völlig normal.

Wir lagen ein wenig vor uns hin, ich auf dem Bauch, meine Cousine auf dem Rücken, und genossen die Wärme der Sonnenstrahlen, welche den Weg durch die Baumwipfel fanden. Langsam dämmerte ich weg.
Ich war gerade auf dem Weg ins Erdbeerland, da bemerkte ich eine zuckende, wankende Gestalt auf mich zu steuern.
Ich öffnete meine Augen und erkannte, dass da schnurstracks ein kleines Kind auf mich zusteuerte, bis es direkt vor mir zu stehen kam. Es war ein kleines Mädchen und mochte so um die zwei Jahre alt gewesen sein. Bekleidet war es ausschließlich mit eine Mütze.
Als es mich erreicht hatte sah sie zu mir herunter.
Ich erwiderte den Blick.
Dann ging das Mädchen vor mir in die Hocke, über das ganze Gesicht war ihr zahnloses Lächeln gefächert.

„Na du.“ sagte ich freundlich, während sich die kleinen, plumpen Hände mit den winzigen Knubbelfingern auf meinen Kopf legten.
So hockte der niedliche kleine Fratz vor mir. Strahlte mich an. Streichelte meinen Kopf.
Und pinkelte vor meinem Gesicht in den Sand. Keine drei Zentimeter vor mir kam der Strahl auf und spritzte fröhlich in alle Richtungen.

Einer Sc***dkröte gleich versuchte ich, durch Einziehen meines Halses wenigsten etwas ihrem Einzugs-Radius zu entkommen. Erfolglos.
So lies ich sie erst mal fertig strullern, während meine Cousine vor lachen einen Kollaps zu bekommen schien.

Am selben Abend fand der erste Teil eines Stadtfestes statt, welches das Ganze Wochenende andauern sollte.
So verbrachten wir den Abend bei Wein und Gesang.
Das Highlight des ersten Abends stellte eine Misswahl dar. Verschiedene Protagonistinnen stellten sich in Badeanzügen oder aber in Bikinis zur Schau, und das mittlerweile recht gut gefüllte Publikum hatte die ehrenvolle Aufgabe, die Schönste der Schönen auszuwählen.

Nach den ersten zwei Kandidatinnen, welche so hübsch wie nichtssagend waren, kam als Dritte eine junge Frau Anfang zwanzig namens Yvonn, welche sich figurlich deutlich von ihren Vorgängerinnen abhob. In meinen Augen positiv. Und nicht nur in meinen Augen.

Waren die erwähnten Zwei eher durchschnittlich von Mutter Natur beschieden, hatte eben diese Mutti bei Yvonn an den besten Stellen etwas mehr drauf gepackt.

Sie hatte kaum die ersten Schritte auf dem, mehr oder weniger provisorischem, Laufsteg geschafft, da tobte die alkoholgeschwängerte Menge schon los. Ein Johlen und Pfeifen brannte auf, wie ich es bis dato nur aus Funk und Fernsehen kannte. Beinahe erschreckend.

Obwohl auch ich beim besten Willen nicht mehr nüchtern war, erkannte ich, dass auch die Beifall einheimsende Kandidatin mit dieser Reaktion seitens des Publikums nicht gerechnet hatte. Nach drei oder vier Schritten schien sie einen Moment zu stocken und sah sich mit großen Augen ein wenig verwirrt um. Soweit bei den starken Scheinwerfern, welche auf die Bühne gerichtet waren, möglich.
Sie brachte ihre erste Runde fast schon hastig zu ende, immer noch bekleidet von gepfiffenen Komplimenten.

Als vorletztes war ein junges Mädchen an der Reihe. Ich kann ihr Alter nicht benennen, aber sie war wirklich jung; eher ein Kind als eine Frau. Das durch die Vorgängerin immer noch angeheizte Publikum nahm darauf aber keine Rücksicht. Mit hochgezogenen Schultern und gesenktem Blick vollzog sie in ihrem weißen Badeanzug ihren Spießrutenlauf. Ich konnte nur hoffen, dass, wer immer die Kleine dazu gezwungen hatte, wahrscheinlich weil sie ja ein ach so hübsches Ding ist, sich dafür spätestens jetzt jemand schämte.

Wie sie so völlig verloren über den Laufsteg hastete, um dieser Schmach endlich zu entkommen, hatte sie meine absolute Sympathie; und ich beschloss, ihr meine Stimme für ihren Mut zu geben.

Als letztes kam dann eine Nicole, wesentlich älter diesmal.
Sie hatte bei Weitem nicht so viel zu bieten wie die bejohlte Yvonn; und man merkte, dass sie das wusste.
Aber sie hatte etwas. Was, konnte ich nicht sagen.
Möglicherweise lag es an ihrer „Jetzt erst recht“ Art, sich zu präsentieren. Alles, was vor ihr passiert war, schien egal zu sein. Völlig natürlich, in keinster Weise gestelzt; wie ich es bei den ersten Beiden empfunden hatte. Diesen Auftritt fand ich dann am Besten.

Nachdem die fünf Mädels durch waren, war auch die Fleischbeschau erst mal vorrüber, und es wurde wieder Musik eingespielt.

Nach einer halben Stunde war dann Abstimmung. Aus Gründen der Gedächtnisauffrischung wurden alle Probanden nochmals über den Laufsteg gehetzt, wobei es bei Allen freundlichen bis begeisterten Applaus gab.
Na ja, bei Allen außer Yvonn.
Hier donnerte das Publikum regelrecht los. Ich konnte sogar sehen, dass sich auch die weiblichen Gäste davon anstecken ließen.

Die Gefeierte schien sich mit ihrem Voraberfolg bereits arrangiert zu haben und präsentierte sich wesentlich selbstbewusster ihren Fans. Sie baute auf dem Rückweg sogar die Ein oder Andere Extradrehung mit ein, was wiederum für Pfiffe und Jubelausrufen führte. Ich dachte mir schon, dass sie das Ding in der Tasche hatte.

Bei der Abstimmung, durch ankreuzen auf weiter gereichten Zetteln, bemerkte ich, dass mein rechter Sitznachbar den rechts von ihm Sitzenden regelrecht Zwang, seine kostbare Stimme für die einzig Wählbare abzugeben. Dadurch gewarnt, machte ich, so schnell wie mir möglich war, mein Kreuz bei Kanditatin Nummer 5; noch bevor mein Nachbar auch mich manipulieren konnte.
Das brachte mir zwar böse Blicke von rechts ein, aber das machte nichts. Was die rechts von mir gut fanden oder nicht war mir schon immer schnuppe.

Irgendwann endete die Feier. Ich hatte bereits am ersten Abend fast mein gesamtes Geld versoffen, und so machten meine Cousine und ich uns spät, oder eher früh, wild torkelnd und uns gegenseitig stützend und schubsend auf den Weg nach Hause.

Den nächsten Tag begann ich mit einem leicht vergrößerten Haupt, aber nicht so schlimm, wie ich es befürchtet hatte.
Es war ein Samstag, ich war beinahe blank und der zweite Teil des Stadtfestes stand an. Also beschloss ich, etwas weniger Kosten invasiv heran zu gehen. Ich kaufte im nahe gelegensten Supermarkt eine Flasche Wodka und zwei Flaschen Orangensaft.
Der Plan war, mich über den Abend mit selbst Gemixten zu versorgen.
Aber da hatte ich die Rechnung ohne meine Base gemacht, welche mich beim Einkauf begleitet hatte.

Vor dem offiziellen Teil des Festes fuhren wir zum vor glühen zu einem Bekannten meiner Cousine.
Und eben dort schaffte eben die es, mir fast die gesamte Flasche Wodka ein zu flößen. Und ich Idiot ließ es geschehen.
Kurz nach unserer Ankunft wurde ich auf ein junges Mädel aufmerksam gemacht; mit dem Hinweis, dass das Diejenige war, welche ich am Vorabend gewählt hatte.
So ein Blödsinn; die, die da stand hatte keinerlei Ähnlichkeit mit Kandidatin No. 5.

Doch, je öfter ich mit meiner Cousine auf die Gesundheit verschiedener Leute anstieß, um so ähnlicher wurde das Mädchen der selbstbewussten jungen Frau, die mir mit ihrer Darbietung am Vortag meine Stimme abgerungen hatte.

Es muss so gegen 22 Uhr gewesen sein und ich war, sagen wir mal salopp, hacke dicht.
Die Allgemeinheit blies zum Aufbruch, und ich trottete einfach hinterher.
Hier muss ich gestehen, dass ab diesem Punkt die Erinnerung an den Fortschritt des Abends nicht vollständig zu sein scheint.
Ich erinnere mich nicht mehr, wie ich zum und in das Festzelt kam. Ich weiß noch, wie ich aus heiterem Himmel am Tresen stand und mir einen Wodka-O bestellte. Beim Warten auf mein Getränk versuchte ich, mich an einem kleinen Tisch an zu lehnen, welcher prompt aus mir unverständlichen physikalischen Gründen massiv schwankte.
Die Geschwindigkeit, mit der die anderen umstehenden Personen ihrerseits ihre Getränke von dem merkwürdigen Tisch nahmen raubte mir schier den Atem.

Als dann mein leckeres Mixgetränk mir dargeboten war, verließ ich sicherheitshalber dieses gefährliche Terrain. Auch die Anderen schienen das nicht besonders schade zu finden.

Ich ging Richtung Ausgang des Zeltes und sah just meine Kandidatin.
Sofort steuerte ich sie an, um ihr meine Aufwartung zu machen.
Bei ihr angekommen tippte ich sie leicht wie eine Feder auf ihre grazile Schulter, was sie dennoch aufstöhnen ließ und sie sich mit großen Augen zu mir herum drehte.
Ihr Begleiter warf seine eindrucksvoll hohe Stirn in Falten.

Ich nahm einen Schluck meines edlen Gesöffs, zeigte, um die Wichtigkeit des nun Folgenden zu unterstreichen, mit dem Zeigefinger auf sie und sagte nach einer kleinen spannenden Pause zu ihr:
„Ich hab dich gestern gewählt!“
Sie zog nun die Augenbrauen zusammen.
„Aha, ok. Danke.“
Ich streckte einen Daumen hoch, drehte mich um und verließ das Festzelt, um mich sogleich hinter dem nächst gelegenen Baum meines Getränkes inklusive des zum Abendbrot genossenen Kartoffelsalats zu entledigen.
Anschließend kam ich zu dem Entschluss, kurz in meine Unterkunft zu gehen und mich für ein viertel Stündchen hin zu legen.
Wie ich heim kam weiß ich auch nicht mehr so genau. Auch nicht alles, was dort geschah.
Ich wachte irgendwann zusammen gerollt vor der Gästetoilette auf und ging dann doch lieber in mein Bett, um dort die Nacht zu verbringen.
Gerade als ich mich hinlegen wollte, kam meine Cousine in das Schlafgemach und fragte, wo ich denn stecken würde.
Ich verstand die Frage nicht und ging deshalb nicht auf sie ein.

Meine Base sorgte dann doch noch dafür, dass ich in meine Daunen kam, in dem sie mir beim entkleiden half. Aus mir unerfindlichen Gründen passte mein Kopf nicht mehr rekursiv durch die dafür vorgesehene Öffnung. Bei meiner Hose verhielt es sich ähnlich, wenn auch mein Kopf diesmal nicht das Problem darstellte. Also half sie mir auch hier.

Beim ersten Versuch zog mir meine Kusine meine Hosen gleich mitsamt der Unterhose herunter.

Während sich bei mir ein Lachkrampf manifestierte, versuchte die ungeschickte Base mit hoch rotem Kopf, ihren Fehler zu beheben. Mit eiskalten Händen und starrem Blick verstaute sie meine Wurst wieder in meinem Beinkleid.

Als es ihr endlich gelungen war, setzte ich mich, immer noch wild kichernd, auf das Bett.
Meine Cousine gab mir dann nur noch einen kraftvollen Schubs, dass ich zu liegen kam, warf die Bettdecke über mich und verließ hastig das Zimmer.

Der darauf folgende Sonntag begann ich mit einem derart geschwollenen Haupt, dass ich mir sicher war, nicht damit durch die Tür zu passen, bis ich sie überwand.
Aus der Küche kam der Duft von knusprigen Brötchen und frischem Kaffee. Sofort spürte ich Brechreiz in mir aufkeimen. Also ging ich erst mal an die frische Luft.

Wie ich diesen Tag überlebte ist mir bis heute schleierhaft. Ich beschränkte mich weitest gehend darauf, doch nicht noch zu sterben.
Gegen Abend gestand mir meine Cousine dann, dass sie mich absichtlich am Vorabend abgefüllt hatte. Sie wollte mich mal so richtig betrunken erleben. Sie hatte jedoch nicht mit so einer verheerenden Reaktion gerechnet; und so ihr tat es aufrichtig Leid. Hatte sie sich ja eigentlich auf einen letzten lustigen Abend mit mir gefreut.
So strafte sie uns Beide mit ihrem Tun.

Der letzte Tag klang langsam aus. Der Plan für den nächsten Tag sah vor, dass ich zur Mittagsstunde aufbrechen würde. Um die vielen Baustellen auf der Autobahn zu umgehen hatte ich beschlossen, die Rückfahrt über Landstraßen zu machen.
So ging ich, immer noch von der voran gegangenen Eskapaden gebeutelt recht früh schlafen.

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Also war ich auf dem Rückweg. Aus der geplanten Abfahrtszeit wurde nichts. Ich will offen sein, es lag an mir. Ich konnte mich einfach nicht trennen; hatte ich doch diesen Strang meiner Verwandtschaft viel zu selten gesehen in den letzten Jahren.
Aber irgendwann musste es ja sein. Viel zu spät begann ich meine Heimfahrt. Wie geplant dieses mal über Landstraße.

Ich will jetzt nicht übertreiben, aber es war auf jeden Fall eine mörderische Tour. Dabei gar nicht so sehr die Entfernung von ca. 600 Kilometern, viel mehr die Strecke selbst.
Wobei der Größte Teil der Passion halb so wild ist, aber man muss halt durch den Harz.
Und als ich ihn passierte, war ich bereits fünf Stunden unterwegs; und die Nacht war herein gebrochen.

Seid ihr schon mal durch den Harz gefahren? Nachts?
Junge junge, das ist echt anstrengend. Ich bin auch schon mal Tags über diese Strecke gefahren, da ist er recht schön.
Aber umso finsterer ist er in der Nacht.
Und was das Erstaunliche ist: alle Kurven sehen gleich aus.
Links, rechts, links. Und bei meiner Müdigkeit.

Ich bin ja eigentlich eher der rationale Typ, gerade was Autofahren angeht. Ich sag mir immer: es dauert exakt so lange, bis ich angekommen bin. Hat bisher immer geklappt. Aber diese ständigen Kurven, das nervt schon mit der Zeit.

Und irgendwann fing eine Stimme, die Müdeste von allen, an zu quengeln.

‘Scheiß Idee. So was mach ich nie wieder.’

Normal, glaub ich. Aber nicht hilfreich.
Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie lange das so ging. Gerade fuhr durch ein Tal und dachte noch

‘Gott sei dank, endlich durch, dann kommt Dingelstedt, Cellau und dann seh ich schon meine Stadt…’

Und mitten im Gedanken fuhr ich wieder in den Harz.

‘So lang kam es mir damals gar nicht vor…’

Aber: so was kann täuschen, gerade in meiner Verfassung.
Also ging’s wieder los: Kurven, Kurven und… nochmals Kurven.

Eigentlich nicht so schlimm, was mich mehr störte war, das nun in dieser müden Stimme neben dem quengelnden Ton auch etwas Panik mit schwang. Und ich gebe zu: ich hatte das erste Mal in meinem Leben die Befürchtung, am Steuer ein zu schlafen und den Tag nicht mehr zu sehen. Aber, was sollte ich machen? Anhalten?

‘Wo denn?’

Kein Rasthof weit und breit

‘War ich überhaupt an einem vorbei gekommen?’

Und Buchten gab es auch nicht. Außerdem wollte ich endlich heim, mich ins Bett legen und einfach nur schlafen.

‘Also doch durchfahren?’

Ich wurde immer unsicherer, und die Panik in dieser Stimme auch nicht minder. Und ihre Botschaft hatte sich geändert.

‘Ich komme nie an. Ich werde ewig hier herum fahren. Ich komme nie an. Ich werde für immer hier herum fahren. Für IMMER UND EWIG.’

Und mitten in diesem interessanten Gedankengang, ich fuhr gerade in eine dieser blöden Linkskurven, stand jemand auf der Straße.
Mitten auf der Straße!
Meine Scheinwerfer hatten die Gestalt kaum erfasst, ich sah sie aber sofort. Ich riss das Lenkrad herum, nicht etwa, um ein Leben zu retten, zu meiner Schande nicht.

Ich fürchte, dass schon längere Zeit mein Rückenmark die Führung übernommen hatte, und so war das Verreißen reiner Reflex.
Die Gestalt schien sich nicht zu rühren, aber so genau kann ich das nicht sagen.
Es ging alles sehr schnell.
Aber ich sah, dass die Gestalt nicht all zu hoch, also groß, war.

‘Ein Kind!’

Und dann war erst mal Ruhe.

Ich weiß nicht mehr genau, ob ich ohnmächtig war, und wenn, wie lange. Nicht allzu lange jedenfalls, es war noch immer finstere Nacht. Noch finsterer als vorher.
Das lag aber eher daran, dass ich jetzt in dem Wald war.
Die einzige Lichtquelle war das rote Licht der Warnblinkanlage, welche wohl bei meinem Aufprall eingeschaltet worden war.

‘Oh man, was für eine elende Scheiße.’

Ich fühlte vorsichtig, ganz vorsichtig an mir herum.

Brust.

‘Puh, nichts feuchtes, keine Wunde.’

Da ich meine Hände normal gebrauchen konnte, ging ich mal davon aus, dass auch die Arme in Ordnung waren.
Jetzt kam der Teil, vor dem ich ein bisschen Angst hatte: die Beine.

‘Was, wenn sie gebrochen sind, und das mitten in der Nacht. Mitten im Wald. Wenn sich der Wagen dazu entschloss, mein fackelndes Grab zu werden?’

Ich drückte diese Gedanken beiseite und zählte bis drei. Dann noch bis 5 und fühlte nach meinen Beinen. Kein Schmerz, kein Blut, keine Wölbungen unter dem Stoff. Mal kurz mit den Zehen wackeln… ging.

‘Na, noch mal Glück gehabt.’

Wenigstens noch alles dran. Noch ein prüfender Griff in den Schritt, sicher ist sicher. Auch nichts Ungewöhnliches und/oder Feuchtes zu spüren. Zumindest würde diese Geschichte nicht peinlich für mich werden.

‘EIN KIND!!’

Wo dieser Gedanke plötzlich herkam, weiß ich nicht, aber er kam.

‘Mensch, stimmt ja, das Kind!’

‘Ich Riesenblödarsch, da sitz ich hier rum, befummle mich ein selbst, und da draußen ist ein Kind!’
‘Was macht eigentlich ein Kind hier? Um diese Uhrzeit?’

Und da ich sowieso aus dem Fahrzeug raus wollte, nahm ich es auch wahr.

Als ich mich aus dem Fenster raus geschält hatte, musste ich mich erst mal orientieren. Wo war die Straße.
Ich ging einfach in die Richtung, in die das Heck des Wagens zeigte. Das stellte sich nach ca. 20 Metern als Reinfall raus.
Die Bäume standen immer dichter.
Dank des Warnblinklicht meines Autos fand ich es wieder. Anders wäre es mir wahrscheinlich nicht gelungen.
Aber wohin nun?
Das Fahrzeug hatte sich offenbar gedreht, als ich von der Straße abkam. In welche Richtung stand es?

‘Verdammt. Drecksgöre’

Das half mir auch nicht.

‘Wohin, wohin, wohin?’

Ich hatte keine Lust, mich im Wald zu verirren. Aber hier herum sitzen, und warten, bis es hell wird?

‘Wie spät ist es eigentlich?’
‘Keine Ahnung. Nach zwölf? Nach eins? Halb Zwei?’
‘Oh Mann!’
‘Ich führe schon selbst Gespräche!’
‘Na und, in so einer Situation ist das nicht so wild. Zeig mir mal den, der mitten in der Nacht…’

Da, Schritte!
Von links!
Kleine, kurze Schritte. Und schnell.
Nicht von mir weg, nicht auf mich zu; hin und her?

‘Willst wohl noch n paar hier rein lotsen, was?’

Das war natürlich Quatsch, aber vielleicht eine gute Gelegenheit, hier heraus zu finden.

Ich ging auf die Schritte zu, blickte mich ab und zu nach meinem Wagen um, und ja: ich ging in dieselbe Richtung. Muss ziemlich weit rein gefahren sein, die Lichter an meinem Auto wurden immer kleiner.
Ich überlegte schon, um zu kehren.
Außerdem schien es mir, dass ich den Schritten gar nicht näher kam.

‘Einbildung. Scheiß Akustik hier.’

Da das geklärt war, ging ich weiter.

‘STOPP!’

Die Schritte hatten aufgehört.

‘Verdammt!’

„Hey, wo bist du?“

‘Warum hast du nicht schon eher gerufen?’
‘Ach halt die Klappe, lieber spät als nie.’

„Hey, Kleine, wo bist du?“

‘Ach, es ist ein Mädchen, ja? Das ist ja interessant, woher weißt du…’
‘RUHE JETZT!’

‘Ja, warum ein Mädchen? Egal.’

„HAALLOOO!!!“

Nichts.

‘Warum antwortet das Kind nicht??? Hat es vielleicht Angst? Hatten seine Eltern auch einen Unfall, und es irrt hier schon länger rum? Möglich war es ja…’

Da stand ich und wusste nicht weiter. Ich lauschte. Nur Stille.

‘Mist. Was nun?’

Ich dachte mir, es wäre vielleicht besser zum Auto zurück zu gehen, da erklangen die Schritte wieder; viel näher, aber wieder so, als ob das Kind hin und her laufen würde.

Auch so ein schlurfendes Geräusch dabei, so als ob, als ob es… hüpft?
Ja, als wenn es beim Laufen hüpfen würde.
Vor meinem geistigen Auge sah ich ein vergnügtes Kind, das die Straße entlang lief, und dabei, bei jedem Schritt, mit den Hacken auf der Straße schleifte.
Ich gebe zu, mir wurde ein wenig mulmig.

‘Mensch, Alter! Stell dich bloß nicht so an.’
‘Ja ja, ist ja gut.’

Also weiter. Immer den Schritten entgegen.
Ich sah mich um.

‘Mist, mein Auto ist weg!’

Natürlich war es nicht weg, ich muss es nur aus den Augen verloren haben, als ich um den letzten, oder auch vorletzten Busch herum war.
Das gefiel mir gar nicht.

Auf einmal hörte ich einen LKW Hupen.

‘Die Straße!’

Es kam aber aus der genau entgegen gesetzter Richtung.

‘Wohin war ich unterwegs, verdammt noch mal!’

Ich machte kehrt. In die Richtung, aus der ich gekommen war. Ich hatte schon die Befürchtung, das ich mich verlaufen würde, aber, wie ich es schon vermutet hatte; nach zwei Büschen sah ich das Blinklicht meines Wagens.

‘Gut. Sehr gut.’

Da hörte ich hinter mir plötzlich das Kind rufen, gar nicht so weit weg.

„Hallo? Ist da jemand?“

Ich blieb stehen.

‘Ach, auf einmal kann es sprechen, ja? Ist ja nicht so, dass ich nach ihm gerufen hätte.’

Die Sache wurde mir nicht nur langsam zu stressig, sondern auch echt unheimlich.

„Wo bist du?“ Rief ich.

„Hier drüben!“

‘Ach ne, im Ernst?’

„Wo, hier drüben?“ Ich versuchte, das Ganze etwas einzuschränken.

„Bei dem Brunnen!“

Nicht, dass mir diese Angabe etwas gebracht hätte, aber das würde wenigstens erklären, warum es mitten im Wald so klang, als ob es auf der Straße läuft.

Muss so eine Art Zisterne sein, dachte ich bei mir.
Mein mulmiges Gefühl wich langsam.

Ich rief: „OK, bleib wo du bist! Ich komme zu dir“
„Ja, gut!“
„Und ruf weiter, damit ich dich besser finde!“
„Ja“.

Ich ging los, mal wieder. Nach vier, fünf Schritten blieb ich stehen.

„Warum rufst du nichts?“
„Ja, was denn?“

OK, stimmt.

„Wie alt bist du?“
„12.“
Ich ging.

„Junge oder Mädchen?“
„Mädchen“

‘Ich wusste es!’

„Wie heißt du?“
„Mareike“
„Gut, Mareike. Wie lange bist du schon hier?“
„Weiß ich nicht.“

Nun gut, das konnte ich der Kleinen nicht verdenken.

„Wie bist du zu dem Brunnen gekommen?“
„Weiß ich nicht.“
‘OK.’
„Wie lange hast du zu dem Brunnen gebraucht?“ Ich kam näher, gut!
„Weiß ich nicht.“

‘Was weißt du überhaupt?’

„Was machst du hier?“
„Ich warte.“
Näher! Ich musste sie nur beim Reden halten.
„Auf wen wartest du?“
„Ich warte auf Ben.“

Ganz nah. Ich blieb stehen.
Mein Herz schlug bis zum Hals.

‘Auf Ben?’

„Ja, ich warte auf dich, Ben. Schon lange.“

Direkt hinter mir.

Ich fragte mich in dem Moment gar nicht, wie sie hinter mich gekommen war, das war einerlei. Ich hatte genug damit, dass gerade Gesagte zu verarbeiten.
Die vorher quengelnde Stimme hatte eine Wortkette begonnen, bei der ich mich wie in Zeitlupe umdrehte.

‘Oh nein, so was gibt’s gar nicht. Oh nein, so was gibt’s gar nicht. Oh nein, so was gibt’s gar nicht…’

Mit weit geöffneten Augen, ich glaub, wenn sie mir aus den Höhlen gefallen wären, hätte ich mich nicht gewundert, sah ich… nichts.
Hinter mir war nichts.

‘Oh Mann, das ist zu viel für mich, ehrlich.’

Jetzt kam die Stimme wieder aus der alten Richtung:

„Was ist denn los? Hier drüben bin ich!“ Ich drehte mich wieder um; in die ursprüngliche Richtung.

Hatte mir meine Fantasie einen Streich gespielt? Ich sah, ca. 15 Meter entfernt einen wie von mir gedachtes Wasserauffangbecken; ca. 3 Meter im Durchmesser, oben mit Beton bedeckt.
Das Mädchen stand direkt drauf.
Die Größe von ihr kam ungefähr hin mit der des Kindes, das auf der Straße gestanden hatte.

Sie stand da, sah mich an. Und dann winkte sie mir zu.
Ich winkte zurück.
Das muss ziemlich blöd ausgesehen haben.
Da standen wir nun, winkend.
Ein schönes Paar.

Ich ging ein wenig weiter.
Es war mir, als ob in mir plötzlich ein Warnsystem anging, und ich blieb stehen.

„Was ist?“ fragte sie.
Ihre Stimme klang… nicht gerade rau, aber so ähnlich.
Und sie sah aus, als ob – ja, wie sah sie eigentlich aus?

‘Hatte ich ihr Gesicht schon gesehen?’

Die Bäume warfen einen ziemlich langen Schatten auf sie. Der Mond schien nun unglaublich hell. So kam es mir jedenfalls in diesem Augenblick vor.

„Was ist denn?“ wollte sie wissen.
„Ich weiß nicht.“
„Komm doch her!“
‘Warum denn ich zu ihr??’
Gute Frage!
„Warum denn? Komm doch zu mir! Was soll ich denn bei dem Brunnen?“
„Du musst mir helfen!“
„Helfen?“

‘Täuschte ich mich, oder waren ihre Schuhe nass?’

„Bist du in den Brunnen gefallen?“
„Ja. Woher weißt du das?“
„Nun, deine Schuhe sind …“

‘Tropfte ihr Kleid? Konnte das sein?’

„… nass. Und dein Kleid?“
„Ja. Du musst mir helfen. Ich hänge fest!“

‘Lief ihr Wasser von den Fingern?’ Meine Augen schienen mir einen Streich zu spielen.

„Du hängst fest? Wo denn?“
„Hilf mir doch endlich! Ich hänge fest und komm nicht los!“

Mit ihrer Stimme stimmte etwas nicht. Aber was?
Es war ein glucksendes Geräusch zu hören, während sie den letzten Satz sprach.

Und da sah ich, dass ihr Wasser von den Beinen, Armen und den Fingern lief.

Sie rief „Hilf mir!“ Und es klang, als hätte sie den Mund voller Schlamm.
Ich trat einen Schritt zurück.
Das Kind richtete das Gesicht gen Himmel und schrie.
„Hiiilfe!!!! Helft mir!!!“

Dabei quoll ihr Wasser, literweise schien es, und brackiger Schlamm aus dem Mund. Ihr Gesicht schien fahl im Mondlicht, aber das war es nicht allein.
Es war Aufgeschwommen. Dickwangig.
Sie sah mich direkt an. Ich vernahm Würgelaute, hörte, wie weiterer Schlamm auf den Boden klatschte.

Mir drehte sich der Magen um; nur meine Angst hinderte mich daran, mich zu übergeben.

Sie sah mir direkt in die Augen, und mit rauer und kehliger Stimme sagte sie
„Komm und hilf mir, Ben. Ich ertrinke.“
Dann lächelte sie.

Und genau dieses Lächeln, wodurch sie mir Einblick auf ihre zerquollenen Wangen, aufgedunsteten Lippen und modrigen Zähne gönnte, animierte mich dazu, die Flucht zu ergreifen. Ich drehte mich herum und rannte in die Richtung, aus der ich glaubte, gekommen zu sein.

Sie rief mir noch hinterher, ich sollte da bleiben. Etwas davon, es wäre besser für mich hier, und so einen Blödsinn, aber ich rannte, was ich konnte.
Dass ich dabei nicht hinfiel und mir alle Knochen brach, war ein Wunder.
Ich weiß nicht so genau, wie lange ich rannte. Irgendwann zwang ich mich, stehen zu bleiben. Und zu lauschen.
In der Ferne hörte ich sie rufen. Sie schien nicht näher zu kommen.
Allein der Gedanke, dass dieses Mädchen, dieses Etwas, mir folgen würde …

‘Oh Gott, denk nicht dran.’

Ich sah mich um. Wald. Scheiße.

‘Scheiß verdammte Drecksgöre.’
‘Aber was war mit ihr passiert? War sie ertrunken? In dem Brunnen? Lockte sie Andere nachts zu sich, um sie… was auch immer sie machte? Wie viele waren vor mir dran gewesen?’
‘Egal, darüber kannst du nachdenken, wenn es hell ist, und du hier raus bist, du Affe!’

Ja, das klang konstruktiv! Hier raus kommen; Anderen davon erzählen, vielleicht ein wenig erkundigen… aber alles zu seiner Zeit. Jetzt erst mal raus hier.

‘Aber in welche Richtung?’ Ich sah mich erneut um.

‘Halt! Was war das? Ein Leuchten? Ein Auto? Mit gelben Lampen? Ein Blinker! Ein abbiegendes Auto? Mitten im Harz? Ne Kreuzung?’
Ich stierte immer noch auf das Licht.
‘Moment… Blinken… Blinklicht… Warnblinklicht! Das ist Meins!’

Ich fühlte mich plötzlich besser, ging zügig auf mein Auto zu. Das Blinken wurde größer. Ja, dass war mein Wagen. Und dahinter, in genau der anderen Richtung, da war die Straße. Ich konnte schon die Konturen erkennen.

‘Ich hol was raus, irgendwas. Mal sehn, was ich gebrauchen kann. Vielleicht ja ne Taschenlampe.’
‘Warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen?’
‘Na ja, der Unfall und so.’
‘Egal, ist sowieso keine drin, glaub ich.’

Ich blieb wie angewurzelt stehen.
Da saß jemand. In meinem Auto.

‘Wo kommt denn der her? Was hat der da zu suchen? Ein Dieb vielleicht? Oder ein Helfer?’

„Hallo? Was machen Sie da?“ Fragte ich zaghaft. Keine Reaktion.
Wäre ja mal was anderes. Hätte mich auch gewundert.

Was mich allerdings wunderte war, dass sich die Person die ganze Zeit nicht bewegt hatte. Sie war über das Lenkrad gebeugt; die Haltung sah sehr anstrengend aus.

‘War er starr vor Schreck, dass ich ihn entdeckt hatte?’

Der mittlerweile permanent panische Teil von mir plapperte vor sich her, dass es das Mädchen sei.
Das konnte nicht sein, die Person war viel größer.
Ungefähr so groß wie ich.

‘Ungefähr?’

Mein Herz rutschte, nicht zum ersten Mal in der letzten Zeit, in meine Hose. Sogar tiefer.
Mir war schlecht; dennoch trat näher an das Fahrzeug.

Ich wurde ruhiger, keine Ahnung warum. Ich stand direkt vor dem offenen Fenster.

Der Mann, dass sah ich jetzt genau, bewegte sich nicht.
„Hallo?“ sagte ich, obwohl ich keine Antwort erwartete.
Der Mann trug denselben Pullover wie ich. Er hatte auch dieselbe Haarfarbe und Frisur. Nur mit dem Unterschied, dass aus seinem Hinterkopf ein dicker Ast ragte.

Das erklärte auch seine erzwungen wirkende Haltung. Der Oberkörper lag nicht direkt auf dem Lenkrad, wie ich zuerst dachte, sondern wurde von dem aufgespießten Kopf hochgehalten.

‘Das kann doch nicht sein. Das ist doch nicht möglich. Wer ist das. Wie hat er das gemacht?’
‘Jetzt sei doch nicht blöd. Das bist…’

„…du“.
Das Mädchen.
Wiederum hinter mir.
Doch eigenartiger Weise hatte ich keine Angst mehr, ich drehte meinen Kopf zu ihr.

Sie sah wieder aus wie ein kleines Mädchen.
Kein Wasser, kein Schlamm, keine ungewöhnlichen Merkmale.
„Ja, das bist du, Ben.“

Meine Beine wurden weich.

‘Wie kann das sein? Welche Beine?’

Ich knickte ein, ging zu Boden. Sie kam zu mir, streckte die Hand aus. Ich zuckte zurück. Sie hielt kurz inne, dann folgte sie mit der Hand meinem Kopf, streichelte mich. Ich war wie Kopflos, stammelte ohne Zusammenhang vor mich hin.

„Wie kann das sein… Warum bin ich … “

Alles fing sich an zu drehen.

Fast schon beruhigend hörte ich das Mädchen zu mir sprechen.

„Nimm es hin Ben. Ist nicht so schlimm. Ich bin schon so lange hier, ganz allein.
Aber du hast mich gesehen. Ich warte schon so lange auf jemanden, der mich sieht. Auf dich, Ben.“

Ich sah sie an. Sie lächelte.

„Du hast das getan, damit du nicht mehr alleine bist?“ fragte ich sie.
„Nein. Vor dir hat mich noch niemand gesehen. Ich stehe oft auf dem harten Weg, und viele fuhren an mir vorbei. Und keiner hat mich je gesehen. Du bist der Erste.“

Ich überlegte.

„Und jetzt bleiben wir zusammen?“
Das Kind zuckte mit den Schultern.
„Weiß ich nicht. Glaube nicht. Ich bin am Brunnen. Du bist hier.“
„Du bist am Brunnen?“
„Ja, einmal am Tag.“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging.

Da bin ich nun.
Hier, am umgestürzten Baum.
Seit … nun ich weiß es nicht genau, seit wann. Ich gehe oft umher, sehe mich um.
Manchmal sehe ich das Mädchen. Sie winkt mir dann immer zu. Aber mit ihr gesprochen hab ich nicht mehr.

Ich sah auch mal einen Mann an einem Baum. Ich meine, an einem Strick am Baum. Der sah mich aber ganz komisch an, da bin ich lieber gar nicht erst hin zu ihm.

Einmal am Tag komme ich zu meinem Baum zurück, es ist wie ein Zwang.
Ich blute dann immer sehr stark, im Gesicht.
Nach einer Weile ist aber alles wieder weg, und Schmerzen hab ich auch nicht.

Vor allem fühle ich mich allein. Schrecklich allein.

Oft bin bin auf der Straße. Vor allem Nachts.
Ich hab da eine Lieblingskurve, müsst ihr wissen.
Keiner sieht mich.
Manchmal scheint es zwar so, aber alle fahren weiter.
Manche fahren auch durch.

Aber vielleicht sieht mich mal jemand. Dann wäre ich nicht so einsam.

Seid ihr eigentlich schon mal durch den Harz gefahren? Nachts?

Nun, vielleicht sieht man sich mal.

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Ich schreckte hoch, schweißgebadet. Ich sah mich schwer atmend um. Spürrte, wie der Schrecken langsam von mir wich.
Nachdem sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, orientierte ich mich wieder.
Ich lag in meinem Gästezimmer. Nichts war geschehen. Nur ein Traum.

‘Was für ein Alptraum.’

Er kam mir so real vor.

Allmählich zur Ruhe kommend merkte ich, wie mich erneut Müdigkeit umfing.
Kurz bevor ich einschlief fasste ich drei Beschlüsse.
Erstens keine Packung extra fette Erdnuss-Flips vor dem Schlafen zu essen.
Als Zweites meine Abfahrt nicht unnötig nach hinten zu schieben.
Schließlich als Drittes lieber die Fahrt über die Autobahn zu machen; Stau hin oder her.

Und dann sank ich davon.

‘Was für eine Alptraum, den muss ich unbedingt mal aufschreiben…’

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Nachwort.
Ich habe lange mit mir gehadert, diesen Teil hier zu posten. Wer bis zu dieser Stelle gekommen ist, sollte sich denken können, warum.

Aber schließlich tat ich es doch.
Einfach, weil sonst etwas fehlen würde.

Darum bitte ich bei Allen, die nun Ungemach empfinden, um Nachsicht.

Ramov

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