Das Märchen von Prinz Rodorian 9

Rodorian und der Zauberer Drywar

Nach langem Warten war das Segelschiff mit Drywars Namen wieder in Carterangos Hafen eingelaufen. Es hatte sich um einige Tage verspätet, doch ein Schiff konnte mit den Winden selten so pünktlich sein wie eine Postkutsche. Rodorian war es mehr als recht, er hatte bereits vor Tagen schnelle Reiter in verschiedene Regionen gesandt, als ihn endlich die Nachricht von der baldigen Ankunft des schönen schnellen Schiffes in Carterango erreichte. Er wollte eine Vielzahl Menschen um sich haben, die mit dem Zauberer direkt oder mittelbar zu tun hatten, und die Königinnen und Mütter der Nixen und Elfen wollten sowieso diese Entscheidung hautnah erleben. Er wusste nicht, wie er alle erreichen konnte, doch er verließ sich auf Laetitia und Celestine, dass sie es für ihn schaffen würden, die Mütter der Elfen und Nixen zu benachrichtigen. So konnte er hoffen, dass alle ihm wichtigen Vertrauten rechtzeitig in Carterango eintrafen. Der Segler kam erst am späten Abend des übernächsten Tages an, für den er erwartet wurde, außer den Matrosen ging niemand mehr von Bord. Gontart machte am darauf folgenden Morgen sein Schiff dennoch bereits fertig zum Auslaufen, ohne Waren wollte er in See stechen, um die Geschwindigkeit des Seglers zu erreichen, während Jerome resignierend seinem Vater den Platz auf der Brücke überließ. Doch er tröstete sich mehr als rasch damit, so öfter frei zu sein für seine Verenice. Es würden viele Stunden sein, in denen er das Steuerrad abgeben konnte.
Der alte Zauberer ging erst gegen Mittag des nächsten Tages von Bord und überwachte wie stets das Ausladen der Waren, dann bestieg er selbst die bereitstehende Kutsche, in die ein Teil der Waren gebracht wurde. Rodorian beobachtete ihn gut getarnt mit einem Fernrohr. So also sah sein Gegner aus. Der Bürgermeister Fernando hatte ihn perfekt beschrieben. Drywars Macht schienen offensichtlich Grenzen gesetzt zu sein. Nichts bekam er mit davon, was sich wegen ihm im Hafen ereignete. Rodorian folgte dem Wagen mit dem alten Mann unauffällig. Er fuhr wohl eher zufällig zuerst zu dem Haus, wo derzeit alle vier Geschwister lebten. Der Prinz kannte das Gebäude und fand die Tür offen, als der alte Mann im Haus verschwand und der Fahrer die Waren hineintrug. Riskant ging er kurz hinter ihnen hinein und bog ab in die offene Küche, wo er sich gut verstecken und doch zuschauen und mithören konnte.
Es berührte ihn, wie zärtlich der alte Mann alle vier umarmte. Irgendwie wirkte er fast glücklich. Dennoch schien er sich zu sorgen, wieso sie sich gefunden hatten. Die vier merkwürdigen Menschen versuchten, es ihm zu erklären. Als er erfuhr, dass die Frauen schwanger waren von einem Fremden, einem Prinzen sogar, wirkte er erst sehr erschrocken, dann jedoch eher erleichtert, doch danach brach er schnell auf und versprach, nicht erst wieder in Monaten zurück zu sein, um ihnen einiges zu erklären. Dadurch kamen die vier Geschwister nicht dazu, ihm noch mehr zu erzählen. Der Prinz hatte Mühe, dem alten Mann nicht nur zu folgen, sondern ihn vor allem zu überholen auf dem Weg zum Hafen. Gontarts Schiff lag wie vereinbart auslaufbereit und lichtete umgehend den Anker, als Rodorian das Signal gab. Bald war es kaum noch am Horizont zu erkennen. Es brauchte einigen Vorsprung vor Drywars Segler, um diesem später unauffällig folgen zu können. Die Richtung war bekannt, der Anlaufhafen noch nicht, er musste irgendwo im Inselwirrwarr am anderen Ende der großen Bucht vor Krowenien liegen. Gontart und Jerome hatten wiederholt den Segler in diese Richtung fahren sehen, nachdem er in Carterango mit allerlei Getränken und vielen Lebensmitteln beladen worden war. Derweil kam der alte Mann am Hafengelände an und mahnte zur Eile beim Beladen. Die Seeleute wunderten sich über seine rasche Rückkehr, doch umgehend wurde das Schiff mit Drywars Namen beladen, unbeachtet davon gingen zur gleichen Zeit zahlreiche Leute an Bord von Jeromes Schiff, was noch einmal dessen Vater Geronimo als Kapitän übernommen hatte.
Der Bürgermeister Florentius war faktisch noch Hausherr am Kai und begrüßte Fernando, den Bürgermeister des Dorfes Tamitran, den Rodorian ebenso per Eilpost herbestellt hatte wie Fabritius, den neuen Bürgermeister von Alvenutra. Auch Faustino, den Bürgermeister von Madriroma, hatte Rodorian nicht vergessen einzuladen und Giacomo, den Bürgermeister von Aquabon. Die Herren hatten sich viel zu erzählen, nachdem der Prinz sie einander bekannt gemacht hatte. Noch viel mehr erfreute den Prinz die plötzliche Anwesenheit von Electrara und Celestine, von Maranera und Laetitia. Er hatte Celestine und Laetitia zwar mit Eilpost mitgeteilt, dass er in die entscheidende Schlacht zog, doch hatte er sie nicht so schnell alle erwartet hier. Wie ein Wasserfall sprudelten die Frauen.
„Ich hatte Euch von unserer Signalität erzählt, sie steht Elfen wie Nixen zur Verfügung. Wir haben uns ohne Verzug auf den Weg gemacht, sind sogar ganz menschlich in der Nacht in einer Postkutsche gereist, was sonst nicht unsere Art ist.“
„Aber dass mich meine Schwester in den Hafen von Carterango schickt, um mich einem jungen Mann zu ergeben, war schon sehr unglaublich. Ich habe es genossen wie seit Jahrtausenden nicht, Ihr könntet mich verleiten zu den Menschen, wenn ich nicht jedes Mal schwanger würde davon. Es macht mich glücklich, dass Aurore von Euch erwählt wurde. Ihr habt die richtige Frau gefunden, Rodorian. Doch dass gerade meine jüngste Elfe so eine Verwünschung ausspricht, dass selbst ich von einem Menschenmann ein Kind bekomme, es muss wohl so sein, alle Mütter und alle Königinnen tragen das junge Leben eines Menschen in sich, um unsere Reiche zu vereinigen. Wir müssen dabei sein, wenn Drywar seine Macht verliert!“, begeisterte sich Maranera.
„Wir werden ihm einiges zu sagen haben, wir sind gespannt, wie er gegen vier gleichgesinnte, sehr wütende Frauen bestehen wird, wehe, er gibt nicht alle gefangenen Nixen heraus!“, war Electrara kaum zu bremsen.
„Ihr seid bereits Mutter, Laetitia, wer sorgt sich um euer Kind?“
„Wir haben zwei Fastmütter in unserer Familie, die das sehr gern übernommen haben. Alle kümmern sich die Tage um mein kleines Mädchen, bis ich zurück bin.“
Vincente, Seraphine und Verenice kamen mit den rotgoldenen Kindern des Zauberers erst aufs Schiff, nachdem der Segler des Zauberers nicht mehr im Hafen war und bereits Fahrt aufgenommen hatte. Der Prinz war sich sicher, dass der Austausch der Nixen sehr rasch erfolgen würde, wo er den Zauberer doch gegenüber seinen Kindern besorgt wie einen Menschenvater erlebt hatte. Rodorian wollte indessen wissen, wie sich Celestine und Laetitia von ihren Plätzen verabschieden konnten in so kurzer Zeit.
„Seit ich dank Euch wieder weiß, dass ich die Königin der Nixen bin, habe ich das junge Mädchen aus Madriroma noch schneller zur Badwärterin ausgebildet. Ich muss zurück zu meinen Schwestern, ihnen zugleich das junge Leben in mir bringen, doch die Möglichkeit, endlich unseren Widersacher zu besiegen, darf ich als Königin nicht ausschlagen.“
„Ich hatte keine Ausrede, ich musste meinem Mann sagen, dass Ihr mich braucht, mein Prinz. Er hat mich so verständnisvoll auf die Reise geschickt!“, erklärte Laetitia lächelnd. „Auf der Reise nach Carterango habe ich immerhin unseren Bürgermeister ein wenig aufgeklärt. Es passiert selten genug, ihn sprachlos zu sehen.“
Faustino nickte bestätigend. „Dass Ihr so viele Geheimnisse mit Euch tragt, Prinz, hätte ich mir nicht vorstellen können, umso mehr bin ich gespannt auf das bevorstehende Abenteuer. Ich werde den Zauberer sehr vorwurfsvoll fragen, warum so viele Menschen unter seiner Starrheit so lange leiden mussten. Doch nach unserer erfolgreichen Rückkehr wünschen wir uns vergnügliche gemeinsame Tage und Abende mit Laetitia und ihrer Familie.“
Die Königin der Elfen errötete leicht und sah in ihrer Verlegenheit noch bezaubernder aus.
„Ich hatte Euch gesagt, dass ich auf dem Weg hierher mit unserem Bürgermeister über manches gesprochen habe, nicht nur gesprochen, was ihn nicht wortgewandter werden ließ, doch nach unserer Rückkehr muss ich mich meinem Mann in einigen Dingen erklären.“
„Rechnet nicht mit mir!“, erahnte Rodorian Laetitias Gedanken, als sie ihn anschaute, „nach unserer Rückkehr gibt es für mich nur ein Ziel, ich will endlich meine Aurore!“
Laetitia war glücklich über die Worte des Prinzen, die neuen intimen Bekanntschaften, die in Madriroma anstanden, würde sie ihrem Vicario schon zu erklären wissen. Versonnen strich sie sich über ihre prallen Brüste, ein Wunder, dass sie diese besondere Schlacht bereits wieder selbst erleben konnte. Sie war die erste der vier Frauen aus dem Nixen- und Elfenreich gewesen, die diesen Bund in aller Konsequenz geschlossen hatte, der so vieles bewirken sollte.

Selbst unter vollen Segeln gelang es dem Schiff kaum, den Segler Drywar in Sichtweite zu behalten, obwohl Geronimo und Jerome alle Fahrenskunst aufwendeten und sogar nach Einbruch der Dunkelheit einige Zeit weiter segelten, wenn es ein klarer Himmel erlaubte. Irgendwann gegen Ende des nächsten Tages war der schnelle Segler dennoch aus ihrer Sicht verschwunden. Sie waren froh, als sie am vierten Tag unvermutet Gontarts Schiff sahen. Der hatte auf Verdacht den Hafen einer kleinen Stadt angelaufen, über der ein Schloss thronte, um dort einige Zeit zu warten. Seine Ahnung hatte ihn nicht getrogen. Nur einige Stunden später war der Segler eingelaufen und die Mannschaft begann mit dem Entladen. Gontart lichtete rasch die Anker, um dem Bruderschiff den Weg zu weisen. Endlich war der Hafen zum Zauberer bekannt, doch sie wollten warten, bis das Segelschiff wieder auslief, ehe sie im Hafen vor Anker gingen und Drywars Heimstatt suchten.
Auf dem Schiff von Geronimo und Jerome war es die letzten Tage und Nächte recht locker zugegangen. Außer dem Prinzen hatte kaum jemand Eile, sich von den erregenden neuen Begegnungen zu lösen. Der Zauberer konnte gern warten, wenn so vergnügliche Tage und Nächte anstanden. Verenice war kaum von Jerome zu trennen, seitdem er vor Tagen länger bei ihr auf Rodorian warten musste, ehe er ihm die baldige Ankunft des Seglers vermelden konnte. Die Mütter und Königinnen der Nixen und Elfen schienen plötzlich so gar keine Rachsucht zu hegen. Wo sie nun einmal schwanger waren, hatten sie wohl die Absicht, das mehr als reichlich nutzen zu wollen. Sie machten nicht einmal vor Drywars Söhnen halt und zeigten zugleich seinen Töchtern, dass sie im Umgang mit Frauen weit erfahrener waren. Kaum einige Stunden später musste sich Rodorian der vier lüsternen Frauen gleichzeitig erwehren, die er einzeln bestens beherrschte. Vorerst hatte er sich den Wünschen der Mütter und Königinnen zu stellen. Schwatzhaft, wie nicht nur Menschenfrauen waren, hatte Celestine verkündet, dass sie Rodorian nicht zu schonen brauchten. So lebte jede der vier Frauen ihre Fantasien aus, wo sie so selten in Jahrtausenden mit Männern beieinander lagen, und mit den Verwandten aus dem Elfen- oder Nixenreich gleich gar nicht. Seine geliebte Aurore würde sich wohl mehr als amüsieren, wenn sie wüsste, was sie und Celestine da angerichtet hatten. Rodorian wusste bereits nach der zweiten Nacht, dass ihre Hochzeit mehr als ungewöhnlich sein würde. Schonung erfuhr er nur, wenn die gierigen Mütter und Königinnen ihre Augen auf andere Männer richteten, vor allem die Bürgermeister fühlten sich bald mehr als gefordert. Hier hatten die Herren nicht das Sagen. Faustino hatte so eine Ahnung, dass Laetitia für ihn wohl nur einen Zipfel dessen gelüftet hatte, was außerhalb der Menschenwelt geschah. Zum Glück gelüstete es die Hohen Frauen nicht nur nach Männern. Sie fanden sich untereinander in allen möglichen Kombinationen und schauten bald begehrlich nach Seraphine und Verenice, zogen sie zwischen sich und brachten ihnen bei, zwei erfahrene Frauen gleichzeitig zu erfreuen. Wenig später überfielen sie erneut die Kinder des Zauberers, nahmen dieses Mal ein Pärchen unter ihre Fittiche und wechselten kaum eine Stunde später mit ihnen. Irgendwann in dieser Zeit musste in ihnen der Entschluss gereift sein, den Zauberer mit den Waffen der Frauen zu schlagen. Nicht einmal der Prinz erfuhr davon oder erahnte das.

Beide Schiffe machten wieder im Hafen fest, und eine sehr merkwürdige Gesellschaft begab sich vom Hafen zu dem weit oben thronenden Schloss. Es musste die Heimstatt des Zauberers sein! Rodorian ging an der Spitze mit Gontart, Geronimo und Jerome. Dahinter folgte ein Teil der Schiffsbesatzungen, dann kamen Verenice, Seraphine, Vincente und mit ihnen die vier mutmaßlichen Kinder des Zauberers sowie die Bürgermeister Florentius, Fernando, Giacomo, Fabritius und Faustino. Der Rest der Mannschaften der Schiffe schützte die Mütter und Königinnen der Nixen und Elfen, bildete zugleich die Nachhut und deckte den Zug gegen unerwartete Überraschungen von hinten. Unbehelligt kamen sie bis ans Schlosstor, das sich wie von Geisterhand öffnete. Rodorian ordnete an, dass die Nachhut das offene Tor bewachen sollte, damit sie nicht in eine Falle ohne Ausgang tappten. Eine absolute Stille lag über dem Schlosseingangsplatz. Rodorian ging einige Schritte nach vorn, um mit voller Stimme in Richtung des Schlosses zu rufen.
„Zauberer Drywar, wir grüßen Euch, doch tretet zu uns! Wir haben mit Euch zu reden! Wir wollen nach einigen Dingen fragen, für die Ihr die Antworten wohl kennt!“
Doch statt des Zauberers oder einer Antwort tauchten plötzlich nebelgraue Gestalten mit Schwertern auf, um sie anzugreifen. Rodorian zerlegte sie mit Schwert und Degen, sein Schutz von Celestine und Electrara bewahrte ihn sicher, selbst als diese Gespensterarmee versuchte, ihn einzukesseln. Fabritius und Faustino waren umgehend an seiner Seite und schlugen mit gewaltigen Hieben auf die Angreifer ein. Die wütenden Seemänner zeigten mit ihren Fäusten und Speichen der Steuerräder, dass sie sich vor diesen Figuren nicht fürchteten, obwohl sie einige Blessuren erlitten, ehe sie den Gestalten die Waffen entwanden und sie eher prügelnd als fechtend zurückdrängten, bis diese sich in grauen Rauchschwaden auflösten.
„Zauberer Drywar! Seid Ihr zu feige? Was soll diese Gespensterarmee? Zeigt Euch!“
Rodorian bekam von Sirronas Ring eine Nixenwarnung, denn urplötzlich segelte ein Drache von den Zinnen des Schlosses herab, spie Feuer und versuchte, mit scharfen Krallen die Angreifer zu vertreiben. Rodorian riss die doppelläufigen Pistolen heraus und feuerte auf den neuen Gegner. Noch einmal spie der Drache Feuer, dann schlug er unbeholfen mitten im Schlosshof auf. Wie Hitzeflimmern in der Wüste löste sich das Bild des Drachens auf und der alte Mann mit den graugelben Haaren lag vor ihnen und hielt sich das doppelt getroffene Bein.
„Ihr Menschen werdet immer schlimmer! Was für eine Teufelswaffe habt ihr nun wieder erfunden? Zwei Kugeln nur konnte ich noch ausweichen. Was habe ich Euch getan? Warum überfallt Ihr mich hinterlistig?“, brachte er nur noch geschwächt hervor.
„Keine Hinterlist! Wir hatten Euch in Frieden angerufen, Ihr habt uns angegriffen! Stellt Eure Feindschaft ein! Lasst Euch helfen, ich werde Eure Wunden versorgen“, bestimmte Rodorian.
„Sehr großmütig von Euch. Doch nicht hier bitte! Bringt mich ins Schloss, ich möchte keine Zuschauer dabei.“
Rodorian verstand, dass der verletzte Stolz und die Niederlage Drywar wohl mehr Schmerzen bereiteten als die Verwundungen selbst. Dennoch blieb er wachsam und erinnerte sich der Vorsichtsmaßnahmen seiner Nixen. Schon wandelte sich der Stein in Angeliques Ring von grün zu rot, als der Zauberer versicherte, dass es keine Falle gäbe. Doppelt vorsichtig ging er dicht hinter Drywar, der von vier kräftigen Seeleuten getragen wurde. Jetzt meldete Sirronas Ring die nächste Gefahr. Offensichtlich eine Falltür.
„Ich kann Euch gern verbluten und Euch selbst in die Falltür stürzen lassen, wenn Ihr nicht endlich vernünftig werdet!“, reagierte Rodorian verärgert auf den nächsten trickreichen Versuch des Zauberers.
Plötzlich bekam er von unerwarteter Seite Hilfe. Eine junge rothaarige Frau trat zu ihnen und redete mit dem verwundeten alten Mann. Es fiel ihr offensichtlich schwer, doch sie machte ihm mit einer unglaublichen Energie klar, dass sie ihn noch heute für immer und ewig verlassen würde, wenn er nicht endlich Vernunft annähme und sich behandeln ließe, ohne wenn und aber, ohne jedweden weiteren Trick. Wie ein Rachengel stand sie über ihm und unterstrich jedes ihrer Worte energisch mit einem ausgestreckten Finger, der förmlich auf ihn herabstieß. Rodorian zweifelte ganz kurz daran, selbst eine Frau zu wollen nach diesem bestimmenden Auftritt, doch er gab ihr Recht. Viel mehr noch der Zauberer. Er musste diese Frau sehr lieben. Sofort kapitulierte er und ließ sich in einen seitlichen Raum tragen, um sich vom Prinz behandeln zu lassen.
„Ich weiß nicht, ob Ihr Manns genug seid, Zauberer Drywar, ein Ehrenwort zu geben und zu halten, doch vorerst lasst Euch helfen von mir, um Eure Wunden zu versorgen, damit wir danach auf gleicher Ebene reden können.“
Rodorian nahm von der grünen Phiole und vermischte die Tropfen mit nur wenig Wasser. Schnell schlossen sich die blutenden Wunden, da keine Kugel stecken geblieben war. Die Ränder der Wunden hoben sich fast wie bei einem jugendlichen Mann ab. Eine Idee nahm in Rodorians Kopf Gestalt an. Sollte nach den grünen die Kraft der blauen Phiolen in der Lage sein, den Zauberer zu seiner ursprünglichen Gestalt zu verhelfen? Unsicher schaute der Zauberer Drywar den Mensch an, der ihm gerade half, als dieser ihm in Erinnerung rief, was er Schändliches in Tamitran getan hatte.
„Wie nanntet Ihr Euch? Prinz Rodorian von Montesinien? Dann habe ich fürwahr in Eurem Herrschaftsbereich einen Schaden angerichtet, der so nicht gewollt war. Ich bin umgehend mehr als bestraft worden dafür. Auch meinem Tun sind Grenzen gesetzt, wenn ich sie unbedacht überschreite, fällt es auf mich zurück. Ich bin ein alter, gebrechlicher Mann geworden, dem das Leben fast zuwider geworden ist, doch es ist nicht endlich für mich wie für euch Menschen. Ich muss meine Schuld wohl ewig sühnen. Es schmerzt sehr, nicht nur äußerlich, auch ich habe ein Herz, selbst wenn Ihr dieses wohl bezweifelt.“
„Oh nein, Zauberer, das nicht. Ich habe Euch bei Euren Kindern erlebt und weiß seitdem, dass Ihr in Euch Regungen tragt, die wir Menschen als Gefühle bezeichnen. Eure Kinder haben sogar versichert, dass Ihr geweint habt. Ich bin offen, Euch etwas entgegen zu bringen, was wir Menschen Vertrauen nennen. Ich bin bereit, Euch zu vertrauen ohne mich vor Euch zu schützen, doch wisst, dass viele mit mir sind, um sich gegen Euch zu stellen, wenn Ihr nicht von Eurer Feindschaft lasst. Einige von ihnen habe ich mitgebracht. Eure Kinder sind in meinem Gefolge, die begierig sind, ihren Vater zu sehen endlich, und Eure Töchter tragen meinen Samen in sich, weil Ihr ihnen verwehrt habt, ihn von den Brüdern zu empfangen. So sind wir verwandt einander, ob Ihr es mögt oder nicht.“
Erneut ging ein Wandel in Drywar vor. Händeringend bat er den Prinz, seine Kinder zu schonen und sie sehen zu dürfen. Rodorian trat aus dem Zimmer und traf Fabritius, der mit gezogener Waffe den Eingang bewachte. Er ließ ihn die rotblonden Geschwister holen, die gemeinsam mit Verenice und Seraphine kamen. Gefühle, die nicht intensiver bei Menschen sein konnten, durchströmten die fünf Leute, als sie allein im Zimmer waren. Rodorian hatte sich zurückgezogen und holte diese Frau mit den flammenden roten Haaren dazu. Es brauchte nicht lange, bis sie sich ebenfalls in die Umarmungen der kleinen Gruppe stürzte. Rodorian schaute sich indessen um, was in diesem Schloss noch geschah.
Die Mütter und Königinnen der Elfen und Nixen hatten sich längst entgegen Rodorians Warnungen ohne Schutz auf den Weg gemacht, um nach den Nixen zu suchen, die der Zauberer so lange schon gefangen hatte. Immerhin folgten ihnen nach seinem Geheiß etliche Matrosen, um die Frauen für alle Fälle zu beschützen. In seinem Innersten wusste oder ahnte Rodorian zumindest, dass der Zauberer derzeit keine Hinterlist plante, doch wer wusste schon, was er in seiner bisherigen Unendlichkeit in dieser Hinsicht angerichtet hatte? Rasch wollte er Angeliques und Sirronas Ringe der Nixenmutter geben, doch die wies ihn nur lächelnd darauf hin, dass sie als Nixen und Elfen derartige Hilfen selbst hatten. Beruhigt ließ er sie deshalb das Schloss erkunden und ging zurück in den Raum, wo er vor Minuten den Zauberer mit seiner Familie verlassen hatte. Kaum hörte er ein Wort, er sah nur, wie sich sechs Menschen in den Armen lagen und einander liebkosten.
„Es tut mir Leid, doch ich muss Euer Wiedersehen vorerst beenden, es gibt zu vieles noch, was mit Drywar besprochen werden muss. Auch Ihr, schöne Frau, deren Namen ich nicht kenne. Doch ich vermute in Euch die Mutter von Dalaris und Dioris, von Demetrius und Desiderius.“
„Ihr habt Recht, ich bin die Meerjungfrau Sabrina und Drywars Frau. Ich weiß, dass er nicht nur in den Augen der Menschen Unrecht begangen hat, doch vergeltet nicht Gleiches mit Gleichem bitte!“
Es fiel Rodorian schwer, sie und die Kinder aus dem Zimmer zu schicken, doch er musste mit dem Zauberer allein sein. Er spürte, dass die Entscheidung nahte, weit weniger blutig, als er befürchtet hatte.
„Drywar! Es macht wohl keinen Sinn, alles Eins zu Eins aufzurechnen, Ihr würdet schlecht wegkommen bei solcher Rechnung und Eure Frau bittet für Euch. Hört jetzt, was Euch fünf Bürgermeister meines Landes zu sagen haben, damit Ihr die Menschen versteht! Die Menschen haben Schlechtes von Euch erfahren, doch auch Gutes. Geht in Euch, ob Ihr nicht in Frieden mit uns Menschen leben könnt.“
Fast traurig musste der Zauberer die Vorwürfe des Bürgermeisters von Tamitran über sich ergehen lassen, was er dem Dorf angetan hatte, er fand keine Zeit, sich zu rechtfertigen, denn nun erhob der Bürgermeister von Madriroma Klage, was der Zauberer unschuldigen Bürgern für ein mühsames Leben aufgebürdet hatte mit seinem blinden Hass gegen die Nixen. Und auch der Bürgermeister von Aquabon hatte kein Verständnis, warum der Zauberer Menschen, die bereits beladen waren, noch hoffnungsloser machen wollte. Erst der Bürgermeister von Carterango vermochte ihn aus dieser Niedergeschlagenheit zu erwecken, als er ihn daran erinnerte, wie er mit den Menschen gelebt hatte ohne Feindseligkeit. Und der Bürgermeister von Alvenutra bestätigte, dass er bereit war, ohne Vorbehalt den Zauberer und seine Familie willkommen zu heißen, wenn er als Gast, nicht als Feind kam. Rodorian erbat sich erneut, mit dem Zauberer unter vier Augen zu reden.
„Drywar, es wird heute eine Entscheidung geben. Ich will nicht mit Euch rechten für die Vergangenheit, doch zeigt guten Willen künftig. Jeder bleibt Herr seines Hoheitsgebietes, aber niemand wird mehr andere drangsalieren. Gebt die gefangenen Nixen frei, stellt Eure Feindseligkeiten ein gegen dieses friedfertige Volk wie gegen die Elfen und versucht nicht, Euch gegen die Menschen zu stellen! Ihr würdet eine Macht erleben, die Euch unbekannt ist, fast unbekannt den Menschen selber noch. Ich habe gespürt, wie Ihr unter der Strafe leidet, die Euch höhere Mächte auferlegt haben nach dem Ereignis in Tamitran. Erzählt mir, wie es geschah, ich glaube, ich kann Euch helfen, doch müsstet Ihr die Berührung eines Mannes ertragen in Folge.“
Der alte Mann schaute den Prinzen hoffnungsvoll an, keine Kälte, kein Feuer war in seinem Blick, nur eine bittende Hoffnung.
„Das wäre das Geringste aller Probleme. Ich kenne die Berührungen unter Männern wohl weit mehr als ihr. So wie Elfen und Nixen sind auch wir Trocker, das ist unser eigentlicher Name, nur ein sehr kleines Volk, das kleinste von allen wohl, dazu nur männlich. Unsere Lust konnten wir nur unter Männern erleben, mit Brüdern, Cousins, Onkeln. Den Vater aller Trocker erlebten wir fast nie. Wir wissen nicht, mit welchen Frauen er sich gepaart hat, um unser Geschlecht zu gründen, ehe wir uns irgendwann fortpflanzten. Meine Brüder und Cousins haben alle die Herrschaft über ein Trockengebiet auf der Erde, mitunter teilen sich etliche von ihnen ausgedehnte Gebiete wie in Afrika oder Asien, selbst in Amerika oder Australien sind mehrere, nur ich bekam das wüstenlose Westeuropa allein. Wir trafen uns in der unendlichen Zeit mitunter an verschiedenen Orten und waren zärtlich miteinander mangels Frauen. Doch die meisten meiner Brüder und Cousins erlagen irgendwann den Verlockungen der Menschenfrauen und ließen die Natur ihr Werk verrichten auf diesem wundervollen Planeten, um Familien zu gründen, aus denen nicht nur männliche Trocker hervorgingen. Die weiblichen Nachfahren hinderten bald meine Verwandten, weiter und weiter die Wüsten auszubreiten, wenn sie die Frauen nicht verlieren wollten. Ein wenig Steinwüste, Trockengebiet, Steppe, Sandwüste mehr oder nicht, was machte es schon? Nur ich als Jüngster hatte nichts erreicht in dem Gebiet, das Ihr Europa nennt. Deshalb versuchte ich mit doppeltem Eifer, die Wüste nach hier zu bringen, Quellen versiegen zu lassen und war glücklich, einen Streifen im Süden Montesiniens und anderer Länder zu Wüsten und Steppen machen zu können. Es war nicht der Hass gegen Nixen oder andere auf diesem Planeten, eher schon der Eifer, endlich auch etwas zu erreichen. Ein Strahlenstein sollte mir helfen, die Menschen klein zu halten als Volk, doch ich verlor ihn in diesem unseligen Kampf in Tamitran in diesem See, ehe ich ihn in den Quellen von Dalazien ablegen konnte. All seine Kraft wandte sich umgehend gegen mich. Ich war entsetzt, als ich es bemerkte. Voll Ingrimm sprach ich meine Verwünschungen gegen das unglückliche Dorf aus, das dieses eigentlich nicht verdient hatte. Doch wirklich bestraft bin nur ich. Ihr seht, wie ich Tag für Tag leide.“
„Ich hatte Euch angedeutet, dass ich Euch vielleicht helfen kann. Werdet Ihr es ertragen, dass ausgerechnet ein Zauber der Nixen Euch erlösen könnte, denen Ihr so feind seid bisher? Doch danach erzählt, wie auch Euch dieses Wunder der Liebe in seinen Bann geschlagen hat. Das fordere ich als Belohnung für mich, falls es mir gelingt, Euch von diesem Fluch zu erlösen, den Ihr auf Euch gezogen habt. Danach seht Ihr Euch jedoch den Nixen und Elfen gegenüber, die wohl mehr als einen Strauß mit Euch auszufechten haben. Es ist Platz genug für alle auf diesem wundervollen Planeten, begrabt Eure Feindschaft für alle Zeiten, wenn Ihr nicht die Feindschaft aller erleben wollt!“
Drywar nickte nur zum Einverständnis, er hatte nicht nur seine körperliche, sondern wohl mehr noch seine seelische Niederlage zu verarbeiten. Trotzdem ließ er sich vertrauensvoll von Rodorian behandeln, der mit seinem Gesicht und seinen Haaren begann und die Behandlung an den Händen fortsetzte. Erst, als er sich gänzlich ausziehen sollte, zögerte er. Rodorian zog ihn zu einem Spiegel. In einem strahlenden Gelbgold leuchteten die Haare wieder, falten- und fleckenlos waren die Hände und das Gesicht.
„Ihr müsst mir wohl vertrauen auch im Intimen, Zauberer Drywar, wenn Ihr von dem Fluch gänzlich befreit werden wollt, die Berührungen durch einen Mann kennt ihr, Eure Frau und Eure Kinder werden glücklich sein und als Familie sicher dankbar, also weg mit allen Vorbehalten und jeglicher Scham!“
Immer noch unsicher ließ der Zauberer seine Kleidung fallen. Was für ein Kontrast zwischen dem jugendlichen Gesicht und dem alten verbrauchten Körper! Doch Minute um Minute verwandelte er sich zurück in den jungen Mann, als den ihn viele kannten. Rodorian fürchtete bereits, dass ihm das Blau ausginge, als er ganz zum Schluss die Manneszierde des Zauberers aus dem Greisendasein erweckte. Aber er kannte auch die segensreiche Wirkung der grünen Phiolen. Warum sollten sie nicht hilfreich sein, wo neben der Frau die Verwandtschaft und die Kinder sich möglicherweise als glückliche Familie finden würden? So bekam der Zauberer, was Rodorian selbst und manchen Vertrauten standfest gemacht hatte. Doch irgendwie entglitt ihm die Distanz. Schon bei der Massage des Arsches war Drywar sehr unruhig geworden. Immer heftiger massierte er des Zauberers Männlichkeit, der sich bereits stöhnend am Boden wälzte. Rodorian ließ einfach seine Beinkleider fallen und drängte sein stattliches Zepter in den Zauberer. Noch lauter und doch lustvoller stöhnte der, bis Rodorians Hand ihn die wiedergewonnene Männlichkeit verspritzen ließ, ehe er selbst in ihm kam. Einen Augenblick war Verlegenheit, ehe er aus ihm glitt und sich erklären konnte. Vorerst allerdings fand Rodorian einen sprachlosen Zauberer, nachdem er ihm seine ursprüngliche Gestalt gegeben hatte und ihn wohl zuletzt deutlich für mögliche Liebeswettstreite gerüstet hatte.
„Prinz Rodorian! Ich hatte vor langer Zeit Gutes erfahren von einem Mensch in Carterango, wie Ihr wisst. Ich stehe nicht gern in der Schuld der Menschen, ich habe versucht, es zurück zu zahlen damals, doch bei Euch werde ich ewig in Eurer Schuld stehen. Ich kann mich meiner Sabrina so zeigen, wie sie mich kannte und liebte, meine Kinder werden einen fürsorglichen Vater kennen lernen und haben für immer, ich werde Enkel bekommen. Nunmehr hat sich selbst ein Band zwischen den Menschen und den Trockern gebildet, ich wusste nicht, dass die Männer der Menschen auch unsere Form der Zärtlichkeit beherrschen.
Lasst Euch erzählen, wie mich die Liebe überwältigt hatte. Ich irrte ziellos durch dieses so abwechslungsreiche Europa, kam auch in den Norden und weiten Osten, verstand, dass Eiswüsten nicht mein Metier waren und landete schließlich auf einer sehr großen Insel, die wohl irgendwann losgesprengt war vom Kontinent. Ich folgte einem großen Fluss, doch ehe ich zur nächsten Stadt kam, hörte ich ein klagendes Wimmern. An einem steilen Ufer lag eine wunderschöne rothaarige Frau, verletzt und hilflos. Ich weiß nicht, ob Ihr als Mann der Menschen das so verstehen könnt, aber alles wurde unwichtig für mich, nur noch diese Frau zählte. Ich habe sie gesund gepflegt und sah in ihren Augen, dass sie meine Gefühle ebenfalls erwiderte. Stellt Euch den Schock vor, als wir uns einander offenbarten. Sie war eine Meerjungfrau, die bei ihrem Unfall zudem ihre Fähigkeit zur Fischkombination verloren hatte, ich ein Trocker. Undenkbar eigentlich, zueinander zu finden, und doch beherrschte uns ein Gefühl, das stärker war als alles, wir wurden Mann und Frau ohne Segen und ohne Fragen. Was hat meine geliebte Sabrina mich später drangsaliert, als wir miteinander lebten, keinesfalls weitere Nixen zu fangen. Ich liebte sie dafür nur mehr, wir bekamen Kinder, ich konnte nicht genug bekommen, so schöne Kinder, so eine wunderbare Frau! Ich konnte ihr guten Gewissens versprechen, keine weiteren Nixen zu fangen. Mein Interesse hatte sich längst gegen die Menschen gewandt, ich wollte den Strahlenstein eigentlich in den See der Quellen von Dalazien werfen, damit niemand fruchtbar würde von den Menschen, die dahin kamen. Doch sagt, ich spüre eine größere Mannhaftigkeit als früher, sogar nach meiner Auslösung eben, ist das ebenfalls ein Ergebnis Eurer Behandlung? Ich bin nicht nur äußerlich wieder jung?“
„Es ist auch das ein Zauber der Nixen, der scheinbar selbst ihrem bisher größten Feind nützt. Geht jetzt sehr schnell zu den Müttern und Königinnen der Nixen und Elfen und gebt den gefangenen Nixen die Freiheit, wenn Ihr Frieden wollt. Ihr würdet nicht bestehen in weiterer Feindschaft gegen das Bündnis der Nixen, Elfen und Menschen, wenn Ihr widerstrebt.“
Noch wollte der Zauberer widersprechen, dass dieses Bündnis mit den Menschen einer weiteren besonderen Vereinigung bedurfte, doch er schwieg vorerst und ging voran, bis er die suchenden Mütter und Königinnen der Elfen und Nixen fand, die ihn unverhohlen feindlich empfingen. Eine Hand des Zauberers legte sich auf eine unscheinbare Stelle eines Felsens und ließ eine Wand zur Seite gleiten. Sie schauten auf einen kleinen See, in dem sich all die verschwundenen Nixen tummelten. Electrara und Celestine stürzten zu ihnen hin, um sie zu umarmen, zu streicheln, zu küssen. Maranera schaute dennoch misstrauisch auf den Zauberer.
„Nur ein neuer Trick, meiner Schwester vorzugaukeln, dass es ihren Töchtern gut geht?“
„Nein. Meine Frau ist eine Meerjungfrau. Sie wäre es nicht geblieben, wenn ich nicht ihren Wunsch erfüllt hätte, den Nixen eine entsprechende Heimstatt zu schaffen. Doch sie werden diese nicht länger brauchen, ein Frieden wird nur sein, wenn sie in ihre Welt zurückkehren. Es wird einsam werden wieder hier.“
„So gebt Ihr zu, Zauberer, dass Ihr verloren habt? Wartet! Dass sollen Electrara und Celestine ebenfalls aus Eurem Munde hören.“
Bald bauten sich die vier mächtigen Frauen vor ihm auf und warteten gespannt, was ihr Feind seit unendlichen Zeiten zu sagen hatte. Drywar versuchte, mit klaren anschaulichen Worten die neue Situation zu erklären.
„Die Mächte über uns haben dem Leben auf diesem Planeten ein Gleichgewicht gewünscht. Die Menschen sollten entscheiden nach ewiger Zeit, ob sie dieses Gleichgewicht wollten. Dafür mussten sie uns gemeinsam überzeugen, sehr überzeugen. Ein Mensch sollte so willkommen sein bei Meerjungfrauen, Nixen, Elfen und Trockern, dass sie bereit waren, sich mit Hilfe der Menschen fortzupflanzen, in welcher zeitlichen Dimension auch immer. Es wird kein Frieden sein, wenn Ihr Euch diesem höheren Gesetz nicht beugt.“
„Das haben wir mit dem größten Vergnügen bereits getan, wir haben unser Teil beigetragen, sind schwanger von diesem einen Mensch und wir wissen, dass Eure Töchter den Bund geschlossen haben. Es wird ungewohnt sein, Euch nicht mehr als Feind zu begreifen, doch wir versuchen, es zu tun.“
„Es wird Zeit brauchen, uns einander als kleine mächtige Völker neben den Menschen zu vertrauen, doch ich werde nicht nur um der Liebe willen zu meiner Sabrina künftig hilfreich sein gegenüber allen, die sich in Trockengebieten in Not befinden. Meine Brüder tun dies meist in anderen Teilen dieser Welt, und ich spüre, dass es mir mehr Freude verschaffen wird als alle meine bisherigen Taten zusammen.“
Rodorian hatte sich aus diesem Diskurs längst ausgeklinkt, er spürte mit allen Fasern, dass seine Mission erfolgreich beendet war. Lächelnd sah er den so lange gefangenen Nixen zu, die ihre Freiheit umgehend genossen und sich längst schamlos mit den Matrosen der Schiffe vergnügten, wo sie doch so viel nachzuholen hatten. Selbst die Kapitäne hatten keine Chance zu entkommen. Doch zugleich schauten sie begehrlich nach den wenigen Menschenfrauen und zogen sie zu sich bei jeder Gelegenheit. Ihn drängte es bereits zurück nach Carterango, denn bald würde das Elfenjahr enden. Rodorian wusste nicht, wie er seine Begleiter zu einem raschen Rückzug überreden konnte, selbst die würdigen Bürgermeister erlagen allesamt dem Charme der endlich befreiten Nixen und fanden das durchaus der Situation angemessen. Plötzlich berührte ihn diese zarte rothaarige Frau und zog ihn mit verlangenden Augen in ein prachtvoll ausgestattetes Gemach des Schlosses.
„Eure Mission ist noch nicht beendet, Prinz Rodorian. Ihr habt nicht nur mit Eurem Willen und Eurer Tatkraft, sondern auch mit Glück, durch Zufall oder vielleicht mit dem Willen höherer Mächte den Bund knüpfen können. Eigentlich fehlt unser Volk der Meerjungfrauen in diesem Bündnis, um alle auf ewig friedlich zu stimmen. Ihr habt unbewusst eine fragile Brücke geschaffen, indem Ihr meine Töchter geschwängert habt. Meine Begegnung mit Drywar hat den Start gegeben, eine Verbindung, die so nicht sein konnte, nicht sein durfte, wenn nicht alle anderen den gleichen Weg gingen. Ich trage Sorge, ob die Verbindung hält, wenn Ihr nicht uns Meerjungfrauen einbezieht in aller Konsequenz.“
„Ihr wisst, was diese Konsequenz bedeutet? Ich will nicht Eure Verbindung mit Drywar stören, damit er nicht anderen Sinnes wird plötzlich.“
„Er weiß seit unserer ersten Begegnung, was passieren würde irgendwann, er hat es als sein Schicksal akzeptiert, aber er kann Euch doch nicht zu mir führen! Ich hoffe, er ist abgelenkt genug mit den Müttern und Königinnen der Elfen und Nixen.“
Rodorian bedurfte keiner weiteren Aufforderung. Nach den Töchtern die Mutter, und nicht nur ihre Haare verhießen mehr Feurigkeit. Rodorian war nicht sicher, ob er der Mutter nicht mehr gefiel als den Töchtern. Offensichtlich war er nach dem Zauberer erst der zweite Mann der Meerjungfrau. Gierig und schamlos wie ihre Nixenschwestern ließ sie sich von ihm entblößen, entkleidete ihn zugleich, zog ihn auf sich, um ihn mit den Beinen zu umschlingen, um ihn tief in sich zu bergen und nicht mehr auszulassen. Es war wohl nicht nur Celestines Wunsch, dass er in allen Frauen wohlgelitten war, der ihn so leicht eindringen ließ, die Meerjungfrau schwamm förmlich unter ihm, als er sich in sie versenkte. Lange versuchte sie, Stoß um Stoß zu erwidern, doch schließlich musste sie dem Menschen unterliegen. Ganz still hielt sie, als Strahl auf Strahl seiner Männlichkeit heiß in sie spritzte, mit leuchtenden großen Augen sah sie ihn an, um ihn ohne Pause erneut und noch tiefer in sich zu ziehen. Noch einmal würden Zwillinge aus der Vereinigung entstehen, die doppelt dauerte, wusste er nach langer Zeit.
„Jetzt erst habt Ihr Eure Mission endgültig erfüllt, Prinz Rodorian. Ich bin eine Prinzessin der Meerjungfrauen. Es war traumhaft, wunderbar mit Euch. Ich werde meinen Schwestern erzählen, dass sie die Männer der Menschen gern…“
Die Meerjungfrau Sabrina konnte ihren Satz nicht vollenden, weil sie nach dem Willen der Elfe Aurore für zwei Stunden in den mütterlichen Schlaf verfiel. Rodorian ließ sie allein in dem prunkvoll ausgestattetem Zimmer, doch wohin er auch schaute und ging, überall schienen sich Paare zu finden, oft genug sogar mehr als zu zweit, seine Begleiter, die befreiten Nixen wie auch die Königinnen und Mütter der Nixen und Elfen waren mittendrin. Die schienen allerdings eine besondere weibliche Rachsucht entwickelt zu haben gegenüber dem Zauberer, stürzten sich wieder und wieder auf ihn. Celestine erspähte den Prinz zuerst.
„Ha, schämt Euch, Prinz, dass Ihr unserem Feind solche Stärke verliehen habt, er ist kaum zu besiegen in diesem besonderen Kampf!“
„Euer Verzeihen muss bereits weit fortgeschritten sein, wenn Ihr ihn so zur Demut zwingen wollt“, lächelte Rodorian, „seid Ihr vielleicht sogar demütig gewesen und habt geopfert?“
„In der Tat, doch er musste es ebenfalls tun, wieder und wieder, wir geben ihn nicht frei, bevor er auch auf diesem Gebiet kapituliert.“
Triumphierend entließen die Frauen erst eine längere Zeit später den verjüngten Zauberer, der endlich zugeben musste, solchem Ansturm nicht gewachsen zu sein. Lüstern schauten sie bereits nach neuer Beute, Matrosen, Bürgermeister, Schiffsführer, niemand würde ihnen entkommen. Der völlig geschaffte Zauberer blieb mit Rodorian allein.
„Ich weiß nicht, ob Eure Hilfe mir wirklich gefallen kann, wenn sie solcher Probe unterzogen wird. Nie hätte ich geglaubt, eine derartige Art Rache zu erleben, zudem in diesem Ausmaß! Ohne Euch hätte ich wohl schmählich weit früher kapitulieren müssen. Wie erkläre ich das meiner Sabrina? Ich war ihr treu all die Zeit, trotz der reizenden Nixen. Und heute dieses.“
„Ich denke, sie wird Euch verzeihen, Drywar, wie Ihr verzeihen müsst. Sie hat mit mir das Band zwischen Elfen, Nixen, Meerjungfrauen und Trockern endgültig geknüpft, auf das es nie mehr gelöst wird. Doch nun hege ich die Absicht, Euch zu verlassen, es warten weitere Aufgaben auf mich, und die schönste werdet ihr verstehen, wenn Ihr an Eure Liebe denkt.“
„Es wird einsam werden hier, wenn all die lieblichen Nixen gehen. Fast schon habe ich sie lieb gewonnen.“
„Ihr werdet neue Bewohner finden, die gern als Diener im Schloss die Aufgaben der Nixen übernehmen. Euren Kindern ist wohl wie Euch das Interesse peinlich, wenn sie in der Stadt angestarrt werden, sie genießen sicher die Ruhe und Abgeschiedenheit hier mit ihren Eltern. Aber Enkel werden die Ruhe nicht für lange währen lassen. Vielleicht finden Eure Töchter in Eurer oder unserer Welt Männer und Eure Söhne Frauen ebenfalls. Ich muss Euch wohl nicht in meiner Jugend die Freuden der Familie erklären, die Ihr hier endlich genießen könntet.“
„Ihr Menschen seit erschreckend viel weiter als gedacht. Ich habe nie geglaubt, einem Feind danken zu müssen, bis Ihr mich in Eurer Jugend gelehrt habt, dass Ihr kein Feind seid und dass es mehr Befriedigung geben kann, Feindschaften zu beenden. Nehmt diese Sandrose, Rodorian. Zerdrückt sie, wenn Ihr in Not seid, ich werde es umgehend erfahren und Euch helfen, wo die Macht der Meerjungfrauen, Nixen und Elfen endet. Einen riesigen Dank Euch, dass Ihr in Eurer Jugend schon so weitsichtig seid, dass dieser wichtigste Moment zwischen allen verschiedenen Lebenden so friedlich verlaufen ist. Ich habe nicht geahnt, dass es so ein junger Mann sein sollte, der Frieden in diese Welt der verschiedenen Völker neben den Menschen bringt. Doch jetzt lasst mich zu meiner Frau und meinen Kindern gehen, ich warte so lange schon darauf, ein ruhiges Familienleben zu führen. Allein das wird für mich so wichtig sein, dass keine Feindschaft mehr sein soll.
Doch wartet, ich habe noch ein Geschenk, welches den Menschen dort nutzen wird, wo sie sehnsüchtig auf das Wasser warten. Schaut, wie ich aus dem flachen Meerwasser Salz gewinne, welches sich zu guten Preisen verkaufen lässt. Das Wasser, welches verdunstet, fange ich mit einer den Menschen noch unbekannten Technik auf und es füllt den kleinen See, auf dem Sabrina für ihre Nixenverwandten bestanden hat. Mitunter bringt mein Schiff zusätzlich klares Wasser aus den Zisternen von Carterango hinzu. So sind die beiden Seen einander verwandt. Überlegt, wie ihr Menschen ebenfalls das verdunstende Wasser einfangen und nutzen könnt, gerade am Rand des Treffens von Meer und Wüste.
Aber leider ist der Kampf der Mächte noch nicht zu Ende. Es obliegt nicht mehr meinen Möglichkeiten, das zu beeinflussen, es ist an anderer Stelle festgeschrieben. Ich darf Euch die Nixen nicht freiwillig übergeben, ich muss eine Bezahlung fordern. Sie würden sonst am Tor wie von einer unsichtbaren Mauer aufgehalten, während Ihr und Eure Begleiter samt den freien Nixen unbehelligt passieren könnt. Es steht nicht in meiner Macht, ich würde anders entscheiden. Glaubt mir, dass ich diese zusätzliche Sperre bedaure, doch versucht, von Euren Begleitern das Lösegeld einzusammeln. Eine Münze der höchsten Sorte für jede Nixe aus dem Land, aus dem ihr Befreier kommt. Es wird Euch schwer fallen, Eure Goldstücke haben einen hohen Wert, nicht viele führen sie bei sich. Vielleicht finden so vorerst nicht alle Nixen ihre Freiheit, doch seid versichert, dass wir gemeinsam einen Weg in der Zukunft finden werden.“

Angeliques Ring war grün geblieben, Drywar hatte die Wahrheit gesprochen. Die Mütter und Königinnen der Elfen ließen sich nur ungern von Rodorian zu anderen Geschäften holen, wo sie doch endlich Männer ohne Ende zur Auswahl hatten. Drohend verfinsterten sich ihre Mienen, als sie die neue Bedingung zur Freilassung der Nixen hörten. Er hatte Mühe, ihnen zu versichern, dass den Zauberer daran keine Schuld träfe. Gemeinsam sammelten sie von den Menschen die mitgeführten Goldstücke ein, die sie umso freiwilliger gaben, als Rodorian versicherte, ihnen den Verlust zu ersetzen. Er bestimmte Vincente zum Schreiber und Kontrolleur. Er selbst warf seinen immer noch gut gefüllten Beutel dazu, aber es reichte nicht. Drywar zählte gemeinsam mit Vincente gewissenhaft. Für jedes Goldstück durfte eine Nixe das Tor durchschreiten. Noch blieb es für fast jede dritte Nixe verschlossen. Da traten plötzlich seine Kinder vor ihn.
„Wir haben Verenice und Seraphine noch nicht ihren Lohn gezahlt für den verflossenen Monat, nehmt unsere Goldstücke, Vater!“
Schon wollten sie ihre Münzen ausschütten, doch ihr Vater stoppte sie.
„Es ist edel von Euch, meine Kinder, doch dürft Ihr nur so viel beisteuern, wie Ihr den Menschen schuldet. Diese vier Goldstücke kann ich vielleicht noch anerkennen, doch diese acht Goldstücke muss ich ablehnen. Habt Ihr keine weiteren Verpflichtungen, die Ihr zahlen müsst?“, fragte Drywar seine Kinder.
„Doch, sie haben den Verkehr gefährdet in Carterango in schier unglaublicher Art und Weise. Noch nie ist eine Kutsche so durch die Straßen gejagt, das sollte acht Goldstücke Strafe kosten!“, sprang Vincente ein.
„Böse Preise!“, lachte der Zauberer, „daran dürften sich wohl in Jahrhunderten Menschen in Amtsstuben ein Beispiel nehmen. So zahle ich lieber vorsorglich ebenfalls acht Goldstücke ein in diese Strafkasse, ich war nicht minder schnell unterwegs.“
Wieder konnten sechzehn Nixen das Schloss verlassen, als bereits zwei Nixen gemeinsam vortraten.
„Wir verlangen nicht, das Schloss zu verlassen. Die kurze Zeit dieser unglaublichen Begegnung aller Bewohner dieses herrlichen Wasserplaneten hat uns zu den Kindern des Zauberers gebracht. Es ist unser Wunsch, mit Demetrius und Desiderius zu leben künftig, hier und in Carterango, wir werden diesen Kunstsee betreuen wie den See oberhalb Carterangos.“
Ehe sich die Anwesenden von ihrer Verblüffung erholt hatten, standen bereits die Söhne des Zauberers neben ihnen.
„Es wird nicht einsam werden hier, Vater, dafür sorgen wir schon, wir möchten ebenfalls Kinder“, versicherte Demetrius und sein Bruder nickte bestätigend.
Doch immer noch fehlte zu viel an Goldstücken, um allen Nixen Freiheit zu gewähren. Noch einmal bewies der Zauberer seine neue Friedfertigkeit.
„Prinz Rodorians medizinische Kunstfertigkeit hat mir mehr als geholfen, ich muss ihn bezahlen als Arzt für alle Fälle im Allgemeinen und im Besonderen.“
Weitere zwanzig Goldstücke landeten in der Zählschüssel. Hoffnungsvoll und unsicher zugleich warteten die verbliebenen Nixen. Da fiel Rodorian der Gürtel seiner Mutter ein.
Er warf ihn in die Schüssel.
„Trennt ihn auf, zählt, ob er allen die Freiheit bringt! Meine Mutter hätte es sich so gewünscht.“
Acht Goldstücke blieben übrig, während die restlichen Nixen zu ihren Schwestern stürmten.
„Eure beiden Nixen könnten ebenfalls gehen“, wandte sich Drywar an Electrara, doch die schüttelte nur den Kopf.
„Ihr selbst habt die Geschichte ins Rollen gebracht, als Ihr Euch mit Sabrina verbunden habt, meine Nixen haben Eure Söhne wohl schnell, aber nicht unbedacht gewählt. Ich sehe Euch wieder und Eure Frau dazu. Wer hätte an ein solches Ende gedacht?“
Rodorian stand später allein da mit seinen verbliebenen Goldstücken, niemand interessierte sich für seine Wünsche, niemand wollte zurück nach Carterango, und er zählte doch bereits die Tage, die ihn noch von der Liebe seines Lebens trennten. In den Bewohnern der vier Völker dieser Welt schien sich ein unstillbares Verlangen festgesetzt zu haben, einander zu erkunden ohne Grenzen. Irgendwann traf er auf den Zauberer, der ihn unerwartet in die Arme nahm. Rodorian wollte zurückweichen, doch Drywar umklammerte ihn noch fester.
„Ich weiß, dass es noch nicht die Zeit für Freundschaften ist, und doch verdanke ich Euch so viel, Prinz Rodorian. Kommt mit zu meiner Familie, doch hört mich an vorher, was ich in so kurzer Zeit erlebt habe. Ich weiß nicht, wer glücklicher war, meine Sabrina, meine Kinder, ich selbst. Doch dieses Glück in uns beseitigte alle Schranken, wie selbstverständlich lagen unsere Töchter bei mir, unsere Söhne bei ihrer Mutter. Schließlich bekamen die jungen Männer die Zärtlichkeiten der Trocker, die jungen Frauen die Zärtlichkeiten der Meerjungfrauen. Wir sind nunmehr eine Familie ohne jedwede Grenze, wir möchten Euch bei uns haben, Prinz. Doch ich habe einen heimlichen Wunsch. Ihr habt mich beglückt nach meiner Erweckung auch aus dem sexuellen Alter, darf ich ihn einmal liebkosen? Ihr wisst, wie das in uns Trockern ist.“
Rodorian nickte zustimmend und sträubte sich nicht, als der Mund des Zauberers sich über seine mächtige Lanze senkte. Sie mussten in unendlichen Zeiten diese Lust zur Perfektion gebracht haben, Rodorian wehrte sich nicht, als er reichlich geleert wurde im Zauberermund. Er hätte es ihm nicht verwehrt, für ihn das Mädchen zu sein, doch Drywar war es wohl wichtiger, ihn zu seiner Familie mitzunehmen. Er musste sich nicht vorsehen bei den Frauen, die allesamt bereits schwanger waren von ihm, und er genoss es mit dem Zauberer, abwechselnd die jungen Männer zu reiten, ehe die zu ihren Schwestern strebten, ehe Sabrina unter den beiden Männern zum Höhepunkt kam.
Erst am nächsten Tag erbarmte sich endlich Jerome, nahm ihn, Verenice, Seraphine und Vincente mit an Bord. Selbst die Bürgermeister wollten ihre Rückreise erst mit den befreiten Nixen antreten, es würde eng werden auf Gontarts Schiff und in den Nixen. Schließlich entschied Laetitia, dass sie ihrem Vicario genug untreu gewesen war, zumal es so kurz nach der Geburt war und sie Sehnsucht nach ihrem Mädchen hatte, so musste sich auch Faustino ihr anschließen und mit auf Jeromes Schiff kommen.
„Unser Orakel war ziemlich ungenau“, freute sich Jerome. „Einer aus unserer Familie sollte mithelfen, den Zauberer Drywar zu besiegen. Zu dritt waren wir dabei!“
„Und in vorderster Front“, bestätigte der Prinz. „Ihr werdet Euren Kindern viel zu erzählen haben, wenn Ihr denn welche zeugt.“
„Keine Sorge, die nächsten Wochen habe ich Landgang, bis meine Verenice auf dem Weg zur Mutter ist. Meinen Vater hat wieder die Lust am Seefahren übermannt, Mutter muss es ihm erlauben, zumal Verenice und ich ihr die Einsamkeit vertreiben werden.“
In Carterango angekommen, versagte sich der Prinz, die ihm bekannten und liebgewordenen Leute zu besuchen. Er hätte schon im Bürgermeisteramt zu viel erzählen und noch mehr erklären müssen, wieso der Bürgermeister Florentius selbst noch nicht mitgekommen war. Wie ein Dieb holte er heimlich seinen Hengst aus den bürgermeisterlichen Stallungen. Er hatte Mühe, dessen Freude still zu halten, bis er auf dem Weg stadtauswärts war. Der Prinz begleitete Laetitia und Faustino nur bis zur letzten Poststation vor Madriroma und suchte danach wiederum den Weg zu dem verträumten Wald mit den weichen Gräsern. Alles, was im letzten Jahr geschehen war, fiel von ihm ab, nur ein Wunsch trieb ihn vorwärts.

War es sein Wille oder der seines Pferdes, dass sie erneut vor Einbruch der Dunkelheit den Platz am Bach mit dem weichen Waldgras fanden? Rodorian war nicht sicher, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, doch er wollte kein Risiko eingehen und lieber tagelang auf seine geliebte Aurore warten, als nur einen Tag zu spät zu kommen. Er schlief nicht ein dieses Mal, als eine einzelne Elfe auf der Lichtung erschien. Verträumt sah sie sich um, drehte sich auf der Lichtung wie eine Ballerina um ihre eigene Achse, stieg in den Bach und landete in Rodorians Armen, als sie zurück auf die Lichtung kam. Erschrocken und überglücklich zugleich schmiegte sie sich an ihn, als er sie in seine Arme nahm.
„Du bist zwei Tage zu früh, Geliebter, das Elfenjahr ist noch nicht zu Ende heute“, stöhnte sie, als er sie nahm und sie sich nicht wehren wollte.
„Nicht einen Tag! Meine Geliebte bist Du seit unserer ersten Begegnung, die Mutter unserer Kinder wirst Du heute erstmals durch Deinen eigenen Wunsch, meine Frau wirst Du in einer wundervollen Hochzeit werden. Ich liebe Dich, seit unserer ersten Begegnung und für immer, meine Aurore!“, versicherte Rodorian der zauberhaften Elfe, die diese Liebeserklärung noch vernahm, bis sie als letzte Frau ihrer eigenen Verwünschung anheim fiel.
Strahlend schaute sie ihn an, als sie erwachte und die Arme nach ihm ausstreckte.
„Ich weiß, dass ich zu früh hier war, um auf Dich zu warten, die Sehnsucht war zu groß. Ja, ich will Dich für immer, und ich hatte gehofft, dass Du mich zur Mutter unseres ersten Kindes machst. Wird das reichen für uns in aller Zeit?“
Vorderhand war Aurore nur gefordert, ihren Prinz wieder und wieder auszuhalten, er wollte nicht ablassen von ihr.
„Das muss ich nicht jeden Tag bekommen“, stöhnte sie, als Rodorian sie endlich freigab.
„Nur, wenn du es magst, meine Traumfrau, darf ich dich endlich mitnehmen in meine Heimat?“
„Lass mich morgen noch Abschied nehmen von meinen Elfenschwestern, bevor sich das Fenster wieder öffnet, sie haben Deinen Wunsch für unsere Freiheit reichlich genutzt vor einem Jahr, ich werde nicht die einzige Elfe im Menschenreich sein. Ich bin so unsicher noch, ein mir unbekanntes Leben erwartet mich. Hilf mir, falls ich mich verliere.“

Heiß wie einst ihre Königin Laetitia wurde Aurore, als sie am ersten freien Morgen von Rodorian auf sein Pferd gehoben wurde und sie bis zur nächsten Poststation den Mann hinter sich und die Bewegungen des Hengstes unter sich spürte. Der Prinz war rücksichtsvoll genug, für seine künftige Frau eine Kutsche an der ersten Poststation zu mieten. Sein treuer Hengst konnte so unbeschwert mittraben, Rodorian hatte beide Hände für seine Liebste frei. Neugierig schaute Aurore des Tags aus den Fenstern der Kutsche, um das Land kennen zu lernen, in das ihr Liebster sie entführte für die Zukunft. Des Nachts hatte sie in den Poststationen Mühe genug, sich seiner Begierde zu erwehren und verschenkte sich doch glückstrahlend immer wieder an ihn. Einen Tag später kam Rodorian mit seiner künftigen Frau auf Schloss Montesira an. Wieder machten ihm die Schlosswachen respektvoll Platz und schauten doch mehr als erstaunt, begeistert und lüstern zugleich auf die Frau an seiner Seite, die er aus der Kutsche hob. Doch Rodorian hatte nur ein Ansinnen, seine Liebste umgehend seinen Eltern vorzustellen. Suchend schaute er sich um im Hof vor dem Schloss und bemerkte nicht, wie seine Schwester Soleya ihn und Aurore bereits entdeckt hatte. Eilig flog sie auf ihn zu, küsste ihn, um sich umgehend der Frau an seiner Seite zuzuwenden.
„Du musst die Liebste meines Bruders sein, jetzt verstehe ich, warum er mich und Mama so rasch verlassen hat vor Monaten!“
Aurore wandte sich der jungen Frau zu und zog sie in ihre Arme. Eine Elfe verstand sich wahrscheinlich noch mehr auf die Zärtlichkeiten zwischen weiblichen Wesen. Rodorian stand ziemlich verloren da, weil die zwei jungen Frauen so intensiv miteinander beschäftigt waren. Schließlich zog Soleya das Elfenmädchen einfach mit sich und war bereits im Schloss, ehe Rodorian reagieren konnte. Rasch sprang er ihnen nach, doch zu spät. Seine Schwester hatte den Vorsprung genutzt und war ohne Ankündigung mit der jungen Elfe ins elterliche Schlafzimmer gestürmt, wo sie das nackte Königspaar im Liebesspiel überraschten. Rodorian war nur Sekunden später da, aber er konnte nichts mehr reparieren. König Farlango reagierte mit königlicher Gelassenheit.
„Nun, meine Teure, ich fürchte, unser teté a teté wird auf die schönste Art und Weise unterbrochen, unser Sohn ist zurück und offensichtlich nicht allein, wenn denn nicht unsere Tochter diese zauberhafte junge Frau gefangen hat.“
Doch da hatte sich Rodorian längst wieder seine Aurore genommen, aber er bekam seine Liebste nicht kampflos, Soleya hängte sich einfach an ihrer anderen Seite ein. Aurore ahnte mehr denn je, dass sie in eine Familie kam in aller Konsequenz. Doch die Elfe hatte längst das Verlangen erfasst nach den Frauen und Männern der Menschen. Der Prinz indes regelte die unklaren Verhältnisse umgehend.
„Seid gegrüßt, liebe Eltern! Ich hatte Euch versprochen, Euch meine Liebste, meine Frau, und seit Tagen die Mutter unserer Kinder zu zeigen, wenn das Jahr der Prüfung zu Ende ist. Das ist Aurore, die Liebe meines Lebens, sie ist eine Elfe, und doch nach den Abenteuern der letzten Monate mir näher als jede andere Frau. Ich will sie heiraten, vor der Welt zu meiner Frau machen“, stieß Rodorian fast trotzig hervor.
König Farlango verstand seinen Sohn nicht nur, weil ihn selbst die Gier erfasste nach dieser wundervollen jungen Frau. Er hatte sich doch ebenso einst durchgesetzt gegen seine Eltern damals, um seine Estefania als seine Frau zu bekommen. An ihm sollte es bestimmt nicht scheitern, eine so traumhafte Schwiegertochter zu bekommen. Jede mögliche Verlegenheit wurde unterbrochen, als die Königin nackt aufstand und die künftige Schwiegertochter umarmte. Eine erfahrene Menschenfrau und eine willige Elfe, der Rest des Tages beschloss sich im königlichen Schlafzimmer. Die Königin sah keine Notwendigkeit, sich anzuziehen, dafür wurde die Elfe von ihr entblättert. Aurore verfiel umgehend den Zärtlichkeiten und Verführungskünsten der Königin und sah keinen Grund, sich danach dem König und künftigen Schwiegervater zu verweigern, der sie verlangend berührte. Soleya hatte endlich ihren Bruder wieder in sich, ehe sie als letzte in der Familie die künftige Frau ihres Bruders bekam.
„Ihr Menschen seid weit schlimmer als Elfen und Nixen zusammen“, entschuldigte sich Aurore bei Rodorian, als sie sehr aufgelöst endlich wieder in seinen Armen landete, „doch ich werde gern versuchen, mich daran zu gewöhnen, wenn solches Leben Dein Wille ist. Ich bin selbst erstaunt, wie es mir gefällt.“
„Vorerst möchte ich mit Dir unsere Hochzeit planen, Geliebte, sie soll die größte Hochzeit seit Menschengedenken werden. Und sie wird alle zueinander führen, die sich einst fremd oder gar feind waren.“
„Das wird nicht einfach werden, mein Sohn“, schüttelte der König den Kopf. „Eine Hochzeit in solchem Ausmaße, das wird fast schwieriger als alles, was Du in diesem Jahr gerichtet hast. Da wird unsere Erfahrung und Hilfe unumgänglich sein. Machen wir uns alle Gedanken und treffen uns täglich hier, unsere Ideen gemeinsam zu besprechen.“
„Was Papa eigentlich sagen will, er möchte dich täglich im Bett haben, Aurore, dafür opfert er mehr als gern Frau und Tochter seinem Sohn“, kicherte Soleya und flüchtete aus der Reichweite des Königs, nicht, ohne ihm noch frech die Zunge zu zeigen. Doch Soleya wie die Königsmutter konnten sich solch einen Tausch mehr als vorstellen, wo Rodorian so lange weg war von ihnen, zumal ihnen die Zärtlichkeit der Elfe zusätzlich sicher war.

Am nächsten Tag saßen sie beieinander, die Eltern wunderten sich über die Wünsche des Sohnes, wer an der großen Hochzeitstafel sitzen sollte. Erst jetzt verstanden sie die Erlebnisse ihres Sohnes in diesem Jahr.
„Soll Laetitia, die Frau des Tuchhändlers Vicario, mit ihrer Familie an unserem Tisch sitzen? Ja, sie soll, sie muss es, denn sie wird mir meine Braut schenken. Sie ist die Mutter meiner Frau, die Königin aller Elfen. Werdet Ihr Celestine, Eure Badwärterin, ebenfalls ihrem Rang gemäß zu uns holen? Sie ist die Königin der Nixen. Und die Mütter der Königinnen werden natürlich ebenfalls einen würdigen Platz haben. Auch verschiedene Bürgermeister und andere mir liebgewordene Leute sollen zu unserer Hochzeit kommen wie Nixen und Elfen.“
Staunend erfuhren Farlango und Estefania, was ihr Sohn in dem Jahr noch erlebt hatte und akzeptierten seine weiteren Wünsche. Zum Glück regulierte die Natur hier und da seine ausufernden Vorstellungen. Natürlich dürfte Herzog Cortese nicht fehlen, dieses Mal mit seiner Frau. Der Tochter würde die Reise zu beschwerlich sein mit den gerade geborenen Zwillingen. Auch die Söhne des Tuchmachers und ihre Frauen hatten wohl zu tun mit den neuen Erdenbürgern und würden zudem Laetitias Kind versorgen in der Zeit. Doch König Farlango konnte sich dafür sehr gut vorstellen, die ehemalige Gräfin Rosaria als Nonne sehr weltlich zu begrüßen.
„Lasst Drywar und seine Frau Sabrina ebenfalls bei uns sitzen, nur so schließt sich endgültig der Reigen der Akzeptanz.“
Lange ging die Diskussion noch. Die Bürgermeister der Städte, die ihn begleitet hatten, die Meister, die ihn aufs Leben vorbereitet hatten, samt ihren Familien gehörten ebenso dazu wie andere Vertraute des Schlosses seit langem. Dem König war es sehr recht, die Richterin von Alvenutra wiederzusehen auf diesem Fest, und auch die Königin konnte sich ein weiteres intensives Treffen mit ihr und Pardrosena sehr gut vorstellen. Selbst die Leute vom Bergsee bei Carterango wünschte er sich als Gäste. Der Schlosspark und die ganze Stadt würden alle Gäste willkommen heißen. Wer sagte denn, dass die Tafel nicht weit größer sein konnte.
In der Stadt machte sich bereits die Festfreude breit nach der öffentlichen Ankündigung der Hochzeit. Kein Zimmer in den Herbergen, Gasträumen oder Pensionen Montesiras blieb frei, selbst in Rodaris, Madriroma, Aquabon und Tamitran nahmen Gäste Quartier, um der Hochzeit beizuwohnen.
Schließlich wollte Aurore das ehemalige Kindermädchen Arantxa kennen lernen, die ihren Rodorian gemeinsam mit seiner Mutter zum Mann gemacht hatte. Sie war auf dem Weg, das Schloss zu verlassen, weil es nur noch wenig zu tun gab für sie. Doch Aurore war anderen Sinnes. Neugierig wollte sie sehen, wie die Zofe ihrem Liebsten den Umgang mit Frauen beigebracht hatte. Und da war etwas Spezielles unter Frauen, das die Elfe noch nicht kannte. Die Königin hatte ihr verraten, was sie oft mit Arantxa trieb. Was blieb der armen Zofe übrig, als sich zu ergeben, wenn sie von beiden Seiten so bedrängt wurde. Zum ersten Mal sah und spürte sie, dass aus dem Jüngling ein Mann geworden war. Kaum hatte er sich in ihr ergossen, drängten die Finger Aurores in sie. Die neugierige Elfe wollte unbedingt probieren, ob sie wirklich eine ganze Hand in die Zofe bringen konnte. Sehr reizvoll, das würde sie öfter wollen, sie wusste auch schon, wie. Arantxa würde erneut Kindermädchen sein, nunmehr für ihre Kinder, denn dass sie öfter Mutter würde, war ihr gewiss. Reizend, die Zofe ständig als willige Gespielin in der Nähe zu haben. Rodorian zeigte ihr zudem, wie eng es in einer Frau werden konnte, als er wie vor weit über einem Jahr zusätzlich in ihren Hintereingang drängte. Erneut jammerte, stöhnte und jubelte die Zofe schließlich und ergoss ihr Lustwasser so reichlich, dass es am schlanken Arm Aurores vorbei drängte. Ein Elfenmädchen, das es ewig nur mit Elfen kannte, war entzückt über die sprudelnde Quelle und trank reichlich davon. Arantxa nahm dankend an, wieder Kindermädchen zu werden auf dem Schloss und erzählte dem jungen Paar von ihren Problemen. Ihre Tochter kam in das Alter, wo sie ihr Körper sehr interessierte und Berührungen als reizvoll empfand. Die Mutter fürchtete, dass das junge Mädchen sich irgendwem unbedacht hingeben würde und zog sie deshalb lieber zu sich ins Bett. Der Prinz und die Elfe bestärkten sie in ihrer Idee, die Tochter ebenfalls in die Obhut des Königspaares zu geben. Gleichzeitig konnten Mutter und Tochter gern bei ihnen liegen. Und den Vater würde es mehr als freuen, wenn er aus dem Feldlager nach Hause kam und neben seiner Frau seine Tochter mit im Bett lag.
„Rodorian, Liebster, ich weiß nicht, welcher Zauber der Menschen sich auf mich legt. Ich werde gieriger mit jedem Lusterlebnis, gleich ob mit Mann oder Frau, am liebsten mit beiden Geschlechtern zugleich. Diese neue Erfahrung mit Arantxa soeben, ob Königin Laetitia das auch aushält von mir? Oder gar Eure Mutter? Deine Schwester Soleya will unser Hochzeitsfest nutzen, sich aus der Vielzahl der Gäste einen Mann zu suchen und wünscht sich unsere Hilfe dabei. Doch ist das schicklich für ein gerade getrautes Paar?“
Tage später, als alle Einladungen versandt waren, wurde Rodorian erstmals wieder von seiner Aurore getrennt. Der Tuchhändler Vicario Elentes bereitete ihr Hochzeitskleid vor, doch nicht allein, die Elfenkönigin Laetitia war ihm mehr als behilflich, brachte diesen unnachahmlichen Hauch von Raffinesse ein, die ein solches Kunstwerk einzigartig machte. Doch auch Königin Estefania und Prinzessin Soleya bekamen traumhafte Roben. Die Damen gingen auf in der neuen Aufgabe, die ihnen wichtiger schien als den Männern. Der König und Rodorian waren sehr froh, dass sie solches nicht brauchten. Ihre Galauniform war mehr als passend für diesen Anlass.
Tag für Tag lernten das Königspaar wie auch Soleya und Aurore neue Gäste kennen. Die Elfe hatte sich längst damit eingerichtet, dass sie neue Frauen und Männer bekam vor dem großen Fest. An diesem Tag waren es der Herzog und die Herzogin Cortese. Der Herzog war mehr als überrascht, dass diese wundervolle Elfe sich zu ihm legte, während seine Frau daneben den Prinz bekam. Die Herzogin von Valdesiran war eigentlich nur ein bisschen traurig, dass Rodorian sie nicht mehr sofort schwängern würde wie ihre Tochter. Doch bald wurde der Reigen komplettiert von Soleya und ihren königlichen Eltern. Vier Frauen, die zudem die Liebe unter Frauen so sehr mochten wie mit Männern, die drei Männer hatten Mühe, einen Platz in den Frauen zu finden. Kaum zu glauben, dass die Tochter des Herzogs noch gieriger sein sollte. Aurore freute sich bereits darauf, eine kleine Hochzeitsreise nach Valdesiran zu machen. Rodorian wusste, dass er dort sein Versprechen an die Tochter des Herzogs einlösen musste, und auch die Mutter würde ihn nicht eher auslassen, bis er sie ebenfalls geschwängert hätte, wenn es in diesen Tagen nicht geschah.
Der Prinz war erfreut, immer neue bekannte Gäste, vertraute Gesichter begrüßen zu können, doch der Zauberer fehlte ihm mit seiner Familie. Endlich fanden Aurore und er sie tief im Schlosspark. Umgehend zog Aurore die rothaarige Frau mit in einen Pavillon, so dass die beiden Männer allein blieben.
„Ich glaube, unsere Frauen möchten sich noch vor der Hochzeit intensiv kennen lernen, doch auch Ihr scheint auf Aurores Wunschliste zu stehen, Drywar. Wehrt Euch nicht dagegen, enger könnten unsere Familienbande sich nicht knüpfen.“
„Wie sollte ich bei einer so zauberhaften jungen Frau! Ich bin tief beeindruckt, wie selbstverständlich wir und unsere Kinder hier als Gäste willkommen sind, ohne dass uns jemand scheel ansieht. Das kannten wir bisher nirgends. Selbst Eure Eltern bestehen darauf, uns heute Abend ganz privat zu empfangen. Doch ich habe ein spezielles Geschenk für Euch und Eure Frau mitgebracht. Vor Tagen wurde ich vor die höheren Mächte geladen, denen die Veränderungen auf der Erde natürlich nicht entgangen waren. Zweifach habt Ihr meine Verwünschung aufgehoben, Prinz Rodorian. Sie waren erstaunt über die Verwegenheit eines Menschen und sind froh, dass auf der Erde das Gleichgewicht beginnt. Sie haben mir ein besonderes Geschenk für Euch, Eure künftige Frau und Eure Familie mitgegeben. Um das zu erklären, müssten wenigstens unsere Frauen wieder bei uns sein.“
Doch vorerst hatten die Mütter und Königinnen der Elfen und Nixen sie entdeckt und belegten den Zauberer.
„Ha, Drywar, wollt Ihr Euch vielleicht Rodorians Beistand sichern, um erneut mit uns in einen Wettstreit zu treten? Lasst Ihr nie von Eurer Feindseligkeit?“
Der Zauberer hatte alle Mühe, selbst mit Rodorians Unterstützung, das Misstrauen der Elfen und Nixen zu besänftigen. Zum Glück kamen Aurore und Sabrina aus dem Pavillon, es war unschwer zu erkennen, dass Sabrina von der Elfe sehr besiegt worden war. So konnte Drywar endlich fortfahren, das Geschenk nicht nur zu erläutern, sondern in Gang zu setzen.
„Noch trennt unsere Völker auf der Erde die Zeit. Endlich für Menschen, fast unendlich für Nixen, Meerjungfrauen, Elfen und Trocker. Unsere Unsterblichkeit ist aufgehoben, seit wir einander gefunden haben in allem, sie wird irgendwann in der Zeit dazu führen, dass wir den Menschen näher und näher kommen, wie die Menschen langsam Jahrzehnte gewinnen. Doch für uns Auserwählte soll es bereits jetzt eine solche Begegnung geben. Kommt mit zu dieser stillen Ecke.“
Der Zauberer ließ eine diamantene Kugel fallen, umgehend waren sie eingeschlossen in einer durchsichtigen Hülle. Die Umwelt schien wie erstarrt zu sein, während er sich Aurore näherte und sie in den Arm nahm. Die Elfen und Nixen wollten ihn aus Aurores Armen entreißen, doch er erklärte ihnen den Zauber, der nicht von ihm kam.
„Es ist ein Hauch von Unendlichkeit und ein Geschenk der Mächte über uns. Nach Menschenrechnung vergeht eine Sekunde, während wir nach gleicher Rechnung hier eine beliebige Zeit verbringen. Auch ihr, Laetitia, sollt so euer Dasein mit Eurer Menschenfamilie fast unendlich verlängern können, aber vor allem ist es die Angleichung für Aurore und Rodorian. Versteht, dass es nicht für alle Menschen möglich ist, doch hin und wieder soll Elfen wie Nixen, Meerjungfrauen und Trockern und eben den Menschen dieser Segen zuteil werden, wenn sie sich begegnen möchten ohne die Strenge der Zeit. Wir könnten alles tun hier über Minuten, Stunden und länger, ohne dass es Außenstehende bemerken. Doch gebt Acht, Euch so zu zeigen wie vor dem Wechsel in ein anderes Zeitvolumen, nicht, dass ihr plötzlich nackt vor anderen seid, die ihr gerade bekleidet verlassen hattet vor einer Sekunde. Wir gehen zurück in die menschliche Zeit.“
Alle waren verblüfft über das Erlebte, ehe sie sich in der normalen Zeit wiederfanden. Nunmehr hatten auch die Mütter und Königinnen verstanden, dass ein völlig veränderter Zauberer zwischen ihnen war, der gerade die diamantenen Kugeln an alle verteilte und seine wieder aufhob. Aurore fand als Erste die Sprache wieder.
„Könnten wir es wiederholen, für länger? Ihr hattet mich gerade in die Arme genommen, Drywar. Ich möchte Euch nach Eurer Frau.“
„Fragt Maranera und Laetitia, ob sie zustimmen. Dann sollen sie eine Kugel fallen lassen. Nur eine, meine Damen, eine reicht absolut“, lachte Drywar sie an, als beide ihre Kugel zu Boden werfen wollten.
Schon fanden sie sich zu acht wieder in der zeitlosen Hülle, sechs Frauen und zwei Männer. Die gierige Elfe Aurore nahm sich den Zauberer, Maranera und Laetitia holten den Prinzen zu sich, während Electrara und Celestine die enge Verwandtschaft mit den Meerjungfrauen sehr vertieften in Sabrina. Irgendwann wollten auch die Mutter und die Königin der Elfen ihre junge Elfe bei sich haben, so dass zwei Männer allein waren trotz sechs Frauen. Rodorian verstand Drywars Wunsch, sich endlich auch in ihm zu versenken, doch er hatte Bedenken, das vor all den Frauen zu tun.
„Wir sind nicht nur zeitlich in einer anderen Dimension, Rodorian, die moralischen Bewertungen der Menschen sind hier unwichtig. Schenkt mir diesen Genuss, wir würden Brüder werden.“

Endlich kam der Hochzeitstag. Rodorian wartete vor dem Altar, als seine Aurore ihm von ihrer Königsmutter Laetitia zugeführt wurde. Niemand wusste besser als er, dass er die schönste Elfe erwählt hatte. Doch Vicario hatte sich wohl selbst übertroffen. Keiner konnte sich erinnern, eine so schöne Braut in so einem wundervollen Brautkleid erlebt zu haben. Still erhoben sich die Gäste, um ihren Respekt zu zollen. Lächelnd ließ der Geistliche den Bruch der Zeremonie durchgehen, dass sich Aurore und Rodorian bereits küssten, bevor die Zeremonie überhaupt begann.

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