Der Morgen danach

Als Yvonne an diesem Morgen erwachte und die wärmenden Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht spürte, fühlte sie sich außergewöhnlich gut, so gut wie schon lange nicht mehr. Seit fast 4 Jahren hatte sie sich nicht mehr so gut gefühlt, seit ihrem Autounfall. Damals hatte sie ihren rechten Arm und ihr rechtes Bein verloren.
Der Grund für dieses neue Glücksgefühl lag im Bett neben ihr und hieß Robert. Sie hatte ihn vor knapp zwei Wochen im Büro kennen gelernt. Sehr schnell waren sie einander näher gekommen, so schnell, dass es ihr immer noch wie ein Traum vor kam. Doch Roberts warmer Körper, den sie jetzt so dicht neben sich spürte, bewies ihr das Gegenteil.
Gestern Abend war es endlich so weit gewesen, dass Robert ihr seine Gefühle für sie offenbart hatte. Yvonne hatte so lange darauf gewartet, endlich wieder von einem Mann begehrt zu werden, dass sie ihr Glück kaum fassen konnte. Zuerst war sie sich ja noch nicht ganz sicher gewesen, ob Robert wirklich so viel für sie empfand, wie sie es sich seit ein paar Tagen insgeheim erträumte.
Aber seit der letzten Nacht war alles klar, waren auch ihre letzten Zweifel restlos beseitigt.
Denn natürlich hatte sich Yvonne in all den Jahren seit ihrem fatalen Unfall oft genug gefragt, ob es für sie jemals wieder einen Mann geben würde, der sie attraktiv genug fand, um mit ihr ins Bett zu gehen. Welcher Mann würde schon eine Frau lieben, die nur mehr ein Bein und einen Arm hatte?
Nun, Robert hatte es getan! Er war so zärtlich und leidenschaftlich gewesen: nach all den Jahren fühlte sich Yvonne endlich wieder ganz als Frau.
Wenn sie die Augen schloss und an die vergangene Nacht dachte, konnte sie noch immer Roberts Hände auf ihrer Haut spüren und seine Lippen, die ihren ganzen Körper liebkosten.
Ganz besonders überrascht hatte es sie dabei, wie Robert ihre Stümpfe mit in seine Zärtlichkeiten einbezogen hatte. Eigentlich hatte sie ja erwartet, dass er diese Teile ihres Körpers eher auslassen würde, doch ganz im Gegenteil!
Yvonne war zuerst sehr gehemmt gewesen, aber dann war ihr bald aufgefallen, dass es ihn sogar besonders erregte, wenn sie ihn mit ihren Stümpfen berührte. Er stöhnte jedes mal vor Vergnügen, wenn sie ihn mit dem Armstumpf streichelte oder ihren Beinstumpf an seinem Becken rieb.
Vor dieser Nacht mit Robert hätte Yvonne nie gedacht, dass sie ausgerechnet mit ihren Stümpfen einem Mann so viel Lust schenken könnte!
Und zum ersten Mal seit ihrem Unfall hatte sie so etwas wie sexuelle Erregung gespürt, als Robert ihre Stummel ungläubig staunend gestreichelt und mit seinen kräftigen Händen überraschend sanft massiert hatte. Diese Erregung war immer mehr gestiegen, je öfter Roberts Hände und seine feuchten, heißen Lippen suchend über ihren Körper geglitten waren und dann bei ihren Stümpfen halt gemacht hatten.
Es hatte sie wirklich überrascht, dass ausgerechnet die Teile ihres Körpers, die sie am allermeisten verabscheut hatte, nicht nur für Robert – nein, sogar für sie eine solche Quelle ungeahnter Lust in dieser Nacht gewesen waren. Und nach dem ersten, erschrockenen zurück Zucken hatte sie sich dieser herrlichen neuen Erfahrung bald freudig völlig hingegeben.
Ganz in die Erinnerung an die wunderschönen Stunden mit Robert versunken, strich sie zärtlich mit den Fingerspitzen über seinen nackten Rücken, dann kroch sie behaglich tiefer unter die wohlig warme Decke und ließ zaghaft ihre Hand über ihre Hüften hinunter gleiten bis zum Stumpf ihres rechten Beins.
Das Lustgefühl, das sie empfunden hatte, als Robert seine feuchte, spitze Zunge über die vernarbte, faltige Haut an ihrem Oberschenkel hatte wandern lassen, war unbeschreiblich gewesen!
Vorsichtig fuhr sie mit dem Zeigefinger von der kleinen, knotig verdickten Delle an der Stumpfspitze langsam über die wulstige Narbe immer höher hinauf an der Innenseite ihres Schenkels, während sie mit dem Stumpf ihres Armes immer erregter an ihrer Brust rieb, bis die Warzen sich aufzurichten begannen und steif und zitternd in die Höhe standen.
Sofort stieg in ihr wieder die Lust auf, sich von Robert jetzt gleich noch einmal verwöhnen zu lassen. Für einen Augenblick dachte sie daran, ihrer Begierde nachzugeben und ihn auf der Stelle aufzuwecken, dann entschloss sie sich aber doch mit einem entsagungsvollen Seufzer, ihn weiter schlafen zu lassen.
Er hatte sich die Ruhe redlich verdient nach dieser Nacht und schließlich hatten sie dafür später noch genug Zeit, der ganze Tag lag ja noch vor ihnen!
Behutsam, um Robert nur ja nicht zu wecken, zog sie ihren Teil der Bettdecke zur Seite, um aufzustehen und für sie beide das Frühstück zu machen. Der Boden vor dem Bett sah aus wie ein Schlachtfeld, ein Schlachtfeld der Leidenschaft!
Achtlos verstreut lagen Yvonnes und Roberts Kleider überall herum, so wie sie sich ihre Kleidungsstücke gestern Abend im Liebestaumel ausgezogen hatten. Sie hatten sie sich gegenseitig mit zitternden Fingern beinahe vom Leib gerissen, so scharf waren sie aufeinander gewesen!
Und mittendrin in diesem Chaos lagen Yvonnes Prothesen, die Robert einfach achtlos hatte fallen lassen, als er sie mit diesem begehrlichen Funkeln in den Augen entkleidet hatte, das sie noch jetzt ganz kribblig machte, wenn sie nur daran dachte.
Beinahe hätte sie laut aufgelacht, als ihr das Grotesk-Komische dieser malerischen Ansammlung auf dem Fußboden vor ihr bewusst wurde. Sie schmunzelte vergnügt in sich hinein. Es sah tatsächlich beinahe so aus, als wäre Robert vielleicht doch ein bisschen zu weit gegangen in seiner Gier: so als hätte er in der Eile wohl doch etwas zu heftig an ihr gezerrt und ihr dabei versehentlich ein paar Teile zu viel vom Körper gerissen!
Und natürlich hatte ihr Robert auch selbst die Prothesen ausgezogen! Zitternd hatte sie still gehalten, hin und her gerissen zwischen Bangen und Hoffen, zwischen Lust und Scham und ihm nur leise Anweisungen gegeben, was er tun musste, um ihr die Prothesen abzunehmen.
Er hatte sich zwar noch ein bisschen ungeschickt angestellt dabei und deshalb dauerte es auch eine ganze Weile, aber sie war nicht undankbar gewesen für diesen kleinen Aufschub, so konnte sie den Augenblick der Wahrheit wenigstens noch ein wenig hinausschieben.
Verstohlen hatte sie in seinen Augen zu lesen versucht, als er ihr Rock und Bluse heruntergerissen hatte und sie nun nur mehr in ihrer Unterwäsche dastand und zum ersten Mal nach langer, langer Zeit ihre Prothesen nicht mehr unter irgendwelchen Kleidungstücken verstecken konnte.
Würde das vielleicht auch schon das Ende eines Abends sein, der so viel versprechend begonnen hatte?
Aber ihre Angst war völlig unbegründet gewesen, der Anblick ihrer künstlichen Gliedmaßen hatte ihn keineswegs erschreckt oder gar abgestoßen!
Eher das Gegenteil war der Fall gewesen, es hatte ihn erst recht scharf gemacht. Er hatte es kaum noch erwarten können, ihr BH und Höschen abzustreifen und dabei den kalten, unnachgiebigen Kunststoff der Prothesen unter seinen Händen zu spüren, der sich so ganz anders anfühlte, als die weiche, warme Haut ihres übrigen Körpers.
Hastig und aufgeregt hatte er nach ihren Anweisungen an den beiden Prothesen herum gefummelt, es schien sogar ein ganz besonderer erotischer Reiz für ihn zu sein, dass er ihr auch noch den rechten Arm und das rechte Bein ausziehen musste, um sie ganz zu entblättern.
Und dann war unausweichlich der Moment gekommen, wo er ihr mit raschem Griff die Prothesen von den Stümpfen zog und sie endlich ganz nackt vor ihm stand!
Unwillkürlich hatte sie den Atem angehalten und die Augen fest zusammengekniffen: jetzt ist es soweit, hatte sie sich gesagt, jetzt sieht er, was für ein hässliches Monstrum ich bin!
Gleich ist alles aus, hatte sie gedacht, als sie gehört hatte, wie er scharf und pfeifend die Luft einzog: gleich wird er sich abwenden und entsetzt die Flucht ergreifen!
Die Prothesen waren mit einem lauten Poltern auf dem Boden aufgeschlagen, dann war alles still geblieben, nur Roberts lautes, keuchendes Atmen war noch zu hören gewesen und das hämmernde Pochen ihres Blutes in den eigenen Ohren.
Zitternd und unsicher schwankend war sie dagestanden, mit den beiden Stümpfen angestrengt in der Luft herum rudernd um das Gleichgewicht zu halten, dann hatte sie sich ein Herz gefasst und scheu zu Robert hinüber geblinzelt.
Ungläubig hatte sie schließlich die Augen weit aufgerissen, denn Robert war – mit offenem Mund und völlig fasziniert von dem außergewöhnlichen Anblick, der sich ihm da bot – in stiller Bewunderung andächtig in ihren Anblick versunken vor ihr gestanden. Erregung und Begierde standen in seinem Gesicht geschrieben und keine Spur von Abscheu!
Die Erleichterung, die sie empfand, war so ungeheuer groß gewesen, dass sie zu heulen angefangen hatte wie ein Schlosshund und sich erst beruhigt hatte, als Robert sie ganz fest in die Arme genommen und ihr heiser zugeflüstert hatte, dass sie die aufregendste und attraktivste Frau wäre, der er je begegnet wäre!
Es hatte ihn auch unheimlich angemacht, wie sie ihn, unsicher auf einem Bein balancierend, ganz aufgeregt und natürlich ziemlich mühsam, weil sie ja nur einen Arm hatte, Stück um Stück aus seinen Kleidern geschält hatte. Immer wieder hatte sie dabei auch ihren Armstumpf zu Hilfe nehmen müssen und das hatte die gewaltige Beule in seiner Unterhose noch mehr anschwellen lassen.
Wieder spürte Yvonne die Erregung heiß in sich aufsteigen, wenn sie daran dachte, wie scharf die Berührung ihrer Stümpfe ihn gemacht hatte.
Vorsichtig bückte sie sich, um ihre Beinprothese aufzuheben, die direkt vor dem Bett lag.
Dann fischte sie aus der Schublade ihres Nachttisches die Bandage heraus, mit der sie ihren Stumpf vorher umwickeln musste, bevor sie ihn in den Schaft der Prothese stecken konnte. Mit der Routine von vier Jahren begann sie damit, den nicht sehr langen Beinstumpf – das Bein war etwas über der Mitte des Oberschenkels amputiert – vom Ansatz des Schenkels zur Stumpfkuppe hin fest mit der Binde ein zuwickeln.
Diesmal war es aber nicht wie sonst einfach nur eine lästige Notwendigkeit, diesmal sah sie es viel mehr als einen fast erotischen Akt der Verhüllung. Es war ein geradezu lustvolles Gefühl, beinahe so wie bei einem aufregenden Spitzen-BH, der das, was er so verführerisch verbirgt, ja auch gerade deshalb nur umso begehrenswerter erscheinen lässt.
Sie saß ein bisschen wackelig auf der Bettkante und ließ den Beinstumpf ins Leere hängen. Es war schwierig, die Bandage mit nur einer Hand ordentlich zu wickeln und Yvonne musste mehrmals neu beginnen, was ihr für gewöhnlich ein paar kräftige Flüche entlockte. Heute ließ sie sich aber nicht einmal davon ihre gute Laune verderben!
Als sie mit dem Wickeln fertig war, kam der schwierigste Teil für sie, denn jetzt musste sie die Prothese aufheben, das lose Ende der Binde durch ein kleines Loch an der Innenseite des Schafts durch fädeln und dann gleichzeitig an der Bandage ziehen und den Stumpf in den Prothesenköcher hinein gleiten lassen – und das alles mit einem Arm! Nicht einmal den Stumpf des anderen Arms konnte sie dabei zu Hilfe nehmen, er war dazu leider viel zu kurz und beim Anziehen der Beinprothese völlig nutzlos!
Ehe sie ihren Stumpf schließlich völlig in den Prothesenschaft hinein zog, richtete sie die Prothese noch sorgfältig aus, damit sie nachher, wenn die Binde abgezogen war und der Stumpf fest im Köcher steckte, auch wirklich richtig saß.
Dann musste sie nur noch ein paar Mal kräftig ziehen, bis die Binde endlich ganz aus der Öffnung im Schaft rutschte. Nun brauchte sie nur noch schnell das Ventil einzusetzen, und schon hielt die Prothese fest und sicher an ihrem Beinstumpf.
Yvonne atmete erleichtert auf, Gott sei Dank hatte es diesmal gleich beim ersten Mal geklappt. Manchmal, wenn die Bandage sich zu schnell vom Stumpf wickelte, passierte es ihr nämlich, dass der Prothesenköcher den Stumpf nicht dicht genug umschloss und der schon beim ersten Schritt wieder heraus rutschte – und das war für sie, weil sie ja auch noch auf der gleichen Seite Arm-amputiert war, besonders unangenehm und gefährlich. Sogar nach ihrer Entlassung aus der Reha war es ihr noch öfter passiert, dass das Kunstbein dann einfach vom Stumpf rutschte und unter ihr einknickte – und sie verzweifelt Halt suchend mit dem amputierten Arm hilflos in der Luft herum ruderte.
Meistens hatte sie sich dann auf dem Boden wiedergefunden – und um eine schmerzhafte Erfahrung reicher.
Mühsam stemmte sie sich vom Bett hoch und schaute glücklich und zärtlich auf Roberts breiten Rücken, der sich unter seinen tiefen, regelmäßigen Atemzügen langsam hob und senkte. Ein kurzer Blick genügte ihr, um ganz sicher zu sein, dass er immer noch fest schlief.
Ohne sich sonst noch etwas anzuziehen, machte sie sich auf den Weg in Richtung Küche, so leise wie das mit ihrer Prothese eben ging!
Ängstlich schaute sie bei jedem Schritt zum Bett zurück, ob Robert auch wirklich nicht aufwachte, der dumpfe Laut, mit dem der Prothesenfuß bei jedem Schritt hart auf dem Boden aufkam, obwohl sie sich die allergrößte Mühe gab, ganz vorsichtig aufzutreten, erschien ihr jedes mal wie ein Hammerschlag.
Sie ging wie auf Eiern, um Robert nur ja nicht zu wecken, schließlich wollte sie ihn mit dem Frühstück im Bett ja überraschen!
Steifbeinig hinkte sie aus dem Zimmer. Sie hinkte meistens ziemlich stark und obwohl sie sich eigentlich recht sicher mit ihrer Prothese fühlte, hatte sie doch wegen des kurzen Stumpfes und des fehlenden Armes immer wieder Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht, deshalb zog sie es bei weitem vor, lieber mit steifem Kniegelenk zu hinken, als unversehens auf die Nase zu fallen.
Es war eben dieses Hinken gewesen, das Roberts Aufmerksamkeit sofort gefesselt hatte!
Geschäftig fing sie an, in der Küche zu rumoren. Nach einer solchen Nacht, so dachte sie sich, würde bestimmt auch Robert ein reichliches Frühstück im Bett zu schätzen wissen. Sie plünderte den Eiskasten, kochte Kaffee und weiche Eier, fütterte den Toaster und schmierte Butter auf die Toastscheiben. Das Frühstück zu machen war auch ohne ihre Armprothese kein Problem für sie, schließlich hatte sie in den letzten Jahren gelernt sich auch mit ihrem Armstumpf – wenn er auch nur kurz war – ein bißchen zu helfen. Das einzige echte Problem bestand darin, das schwere Tablett mit all den guten Sachen, die zu so einem ordentlichen Frühstück im Bett einfach dazugehörten, die paar Meter von der Küche ins Schlafzimmer zu bringen! Mit nur einer Hand war das der reinste Balanceakt!
Der Angstschweiß trat ihr auf die Stirn, ganz verkrampft kämpfte sie sich Schritt um Schritt weiter, schließlich hatte sie es aber doch geschafft, alles sicher ins Schlafzimmer hinüber zu bringen, wo Robert noch immer den Schlaf des Gerechten schlief.
Yvonne stellte das Tablett auf ihrem Nachttisch ab, jetzt wollte sie nun endlich Robert wecken. Vorsichtig ging sie auf seine Seite des Bettes hinüber, dann zog sie ihm langsam die Decke weg.
Zaghaft und zärtlich streichelte sie seinen warmen, kräftigen Oberkörper mit ihrer Hand, kraulte seine Brusthaare und fuhr ihm liebevoll durchs Haar. Als Robert sich nicht rührte, wurde sie mutiger. Sie beugte sich zu ihm hinunter und zwischen ein paar heißen, wilden Küssen auf Wangen und Stirn flüsterte sie in sein Ohr: „Komm schon, aufwachen du Siebenschläfer, ich hab‘ sogar schon Frühstück für uns gemacht!“
Robert war natürlich schon beim ersten Kuss aufgewacht, aber er zog es selbstverständlich vor, sich erst noch weiter ein wenig von Yvonne so verwöhnen zu lassen, bevor er endlich dann doch die Augen aufmachte.
„Gott ist das Mädel süß!“, dachte er, als er ihr blinzelnd ins Gesicht sah. Die Morgensonne, die durch das Fenster hinter ihr ins Zimmer fiel, ließ ihre braunen Haare schimmern, Yvonne sah wirklich fast wie ein Engel aus.
Sie war so unsagbar glücklich, dass Robert sie so bewundernd anschaute, dass sie zuerst gar nicht merkte, wie er seine Arme um ihre Hüften legte, als er sagte: „Guten Morgen mein Engel. Das ist aber eine Überraschung! Aber du hättest mich ruhig wecken können, dann hätte ich dir gern dabei geholfen.“
„Ach was, so was schaffe ich doch locker auch alleine…“, weiter kam Yvonne nicht, denn Robert hatte sie grinsend immer weiter zu sich herunter gezogen, bis sie schließlich das Gleichgewicht verlor und kichernd auf ihm landete. Platt wie eine Flunder lag sie jetzt auf seinem Bauch, die Beinprothese steif weg gestreckt.
Er spürte den aufregenden Duft ihres warmen, anschmiegsamen Körpers, ihre glatte Haut und genoss den erregenden Gegensatz, mit dem der kühle, unnachgiebige Kunststoff ihrer Prothese hart gegen seine Schenkel drückte.
„“Wahrscheinlich liebe ich dich deshalb so sehr, weil du einfach alles hinkriegst, wenn du willst… und natürlich auch, weil du so unglaublich sexy bist“, hauchte er ihr lüstern ins Ohr.
Schon allein Yvonnes bis auf die Prothese völlig nackten Körper an seinem zu spüren, machte Robert ganz wild, so sehr begehrte er sie.
Sie war genau die Frau, nach der er so viele Jahre erfolglos gesucht hatte! Immer schon hatte er davon geträumt, eine amputierte Frau zu lieben, jetzt war dieser Traum endlich in Erfüllung gegangen! Und es war sogar noch besser gewesen, als er es sich je hätte träumen lassen.
Nicht nur, dass Yvonne amputiert war, sie war auch sonst einfach unwahrscheinlich süß, vom ersten Augenblick an hatte er sich hoffnungslos in sie verliebt. Sie war von einer fast mädchenhaften Schüchternheit, dabei liebevoll und zärtlich, und sie konnte so herzerfrischend lachen!
Außerdem teilten sie so viele gemeinsame Interessen!
Er liebte einfach alles an Yvonne – diese Beziehung war tatsächlich sehr viel mehr als nur ein flüchtiges Abenteuer, das sich nur auf ihre körperliche Anziehung beschränkte.
Wenn er bloß ihre weiche, sanfte Stimme hörte, oder einfach nur an sie dachte – was er ohnehin ständig tat! – fing es in seinem Bauch ganz unheimlich zu kribbeln an!
Während Robert das alles durch den Kopf ging, zerstruwwelte Yvonne lachend sein Haar, rieb sich genüsslich an seinem warmen Körper und küsste ihn schließlich leidenschaftlich auf den Mund.
Dann fragte sie ein bisschen kokett: „Ist das wirklich wahr?“
Dabei schmiegte sie ihren Armstumpf zärtlich in seine Halsgrube und ließ ihre Hand spielerisch über seine behaarte Brust gleiten. Kichernd zupfte sie an den Brusthaaren, bis Robert leise aufschrie und in gespielter Strenge sagte: „Aua! Wenn du damit nicht sofort aufhörst, du ungezogenes Mädchen, dann kannst du nachher aber was erleben, das sag ich dir!“ Er konnte aber nicht lang ernst bleiben, denn Yvonne schaute ihn mit treuherzigem Augenaufschlag so umwerfend komisch von der Seite an, dass er sich das Lachen einfach nicht verbeißen konnte und herausplatzte: „Und ja doch, ich bin so vernarrt in dich, dass ich schon gar nicht mehr weiß, wie ich es in Zukunft ohne dich aushalten soll! Zufrieden? Du hast mich in der Falle, du hast mich bedingungslos in der Falle!“
Er legte die Arme um sie und drückte sie fest an sich. Es war so gut, diesen anschmiegsamen, warmen Körper an seinem zu spüren, Yvonnes weichen Armstumpf zu streicheln und ihren verführerischen Duft in der Nase zu haben – es war mehr als gut, es war einfach wundervoll!
Und besonders aufreizend fand er, wie sie ihre Beinprothese langsam zwischen seine Schenkel drängte und wie der harte, leblose Kunststoff der Prothese sich dabei so unglaublich erregend von der Seidig weichen Nachgiebigkeit und Lebendigkeit des gesunden Beines unterschied.
Yvonne lächelte glücklich und kuschelte sich noch dichter an Robert heran. Ihr Armstumpf lag noch immer dicht an seinem Hals und sie genoss es sichtlich, dass Robert ihn mit sanften Fingern streichelte und massierte.
„Im Moment habe ich allerdings eher den Eindruck, dass du mich in der Falle hast, mein Schatz!“ flüsterte sie ihm zärtlich ins Ohr, dann schaute sie ihn plötzlich scharf an und schnurrte wie eine Katze: „Was liebst du eigentlich an mir am meisten, sag schon!“
Robert schaute unschuldig: „Also, ich weiß nicht, alles glaub ich! Einfach alles! Ich mag es, wie du lachst, ich mag es, dass du so – ja so richtig knuddlig bist! Und ich mag es, dass dein süßer, kleiner Fuß so wunderschön kitzlig ist!“
Nachdenklich legte er danach die Stirn in Falten. Yvonne schaute ihn ein bisschen verwirrt und enttäuscht an: „Ist das wirklich alles?“
Robert tat, als müsste er angestrengt nachdenken: „Sollte da noch was anderes sein? Warte mal, ich glaub‘, da war wirklich noch was, aber mir fällt es im Moment partout nicht ein! Was kann das nur gewesen sein, ha?“
Er lächelte ihr liebevoll zu: „Jetzt tue bloß nicht so, als wüsstest du nicht, was an dir alles Liebenswertes ist? Ich hab‘ dich einfach ganz, ganz lieb, alles an dir! – und natürlich liebe ich dich auch deswegen!“ dabei streichelte er begehrlich über ihren nackten Armstumpf und klopfte leicht mit der Faust auf den Schaft ihrer Beinprothese.
Er küsste sie lang und innig, es fiel ihm schwer, sich von ihren weichen, vollen Lippen loszureißen, schließlich gab er sich aber doch einen Ruck, nahm ihren Kopf ganz sanft zwischen seine Hände und sagte sehr ernst und jede Silbe betonend: „Ich lie – be dich!“
Yvonne schwamm geradezu im Glück. Wie lange hatte sie warten müssen, um solche Worte wieder zu hören! Viel zu lange, entschied sie.
„Ich liebe dich auch.“ sagte sie leise und schloss die Augen, um diesen Moment in Roberts Armen zu genießen.
Zärtlich ließ er seine Hände über ihren Rücken wandern. Ihre Haut war so zart und weich wie Seide, er liebte es, sie zu berühren, und natürlich ganz besonders an den Stümpfen, die sogar noch weicher waren, als er es sich vorgestellt hatte.
Ganz besonders schön fand er aber auch, Yvonne einfach nur dabei zuzusehen, wenn sie ohne Prothesen auf einem Bein herum hüpfte und dabei das Spiel der Muskeln in ihren Stümpfen zu verfolgen. Er war fasziniert davon, wie stark diese Stümpfe ihr Aussehen bei der geringsten Bewegung veränderten, sie sahen immer wieder anders aus!
Beinahe fühlte sich Robert deshalb sogar ein wenig schuldig, weil er ausgerechnet das an ihr so besonders erotisch fand, was für Yvonne das furchtbarste Trauma ihres Lebens gewesen war. Aber so sehr sie ihm natürlich deswegen Leid tat, denn sie hatte deswegen ja wirklich allerlei durchstehen müssen und litt immer noch sehr unter ihrer grausamen Verstümmelung, so sehr liebte er eben ihre Stümpfe und schließlich konnte er ja nichts dafür! – für ihren Unfall nicht, für die Schmerzen nicht und auch nicht dafür, dass die Leute sie immer wieder so unverschämt angafften!
Ganz wohl war ihm allerdings nicht bei dem Gedanken, dass Yvonnes Behinderung vielleicht doch der Hauptgrund gewesen sein könnte, weshalb er sich so unsterblich in sie verliebt hatte. Immerhin, sagte er sich trotzig, sah sie auch sonst hinreißend aus – und hatte er sich nicht schon zu ihr hingezogen gefühlt, bevor er überhaupt noch gewusst hatte, dass sie amputiert war?
Im Grunde seiner Seele spürte er aber genau, dass es eben doch dieses Wissen um ihre Amputationen gewesen war, das ihm den letzten, den entscheidenden Anstoß gegeben hatte, sich so intensiv um Yvonne zu bemühen.
Wenn er daran dachte, dass er es ihr bald einmal beichten musste, warum er – auch! – so verknallt in sie war, wurde ihm ganz mulmig. Er liebte sie wirklich von ganzem Herzen! – und er liebte sie so, wie sie war! Aber würde, konnte sie überhaupt verstehen, dass er sie gerade deshalb mit einer derartigen Leidenschaft liebte, weil er sie wegen eines Körpers, den sie in den vergangenen Jahren immer nur als hässlich, Abscheu erregend und völlig entstellt wahrgenommen hatte, besonders attraktiv, erotisch und sexuell unheimlich aufregend fand?
Er hatte in Yvonne alles gefunden, wovon er sein Leben lang geträumt hatte, er wollte sie auf keinen Fall mehr verlieren! Wie würde sie aber reagieren, wenn er ihr von seiner geheimen Vorliebe erzählte, wenn er sein bestgehütetes Geheimnis preisgab? Denn, dass er ihr reinen Wein einschenken musste, das stand für Robert völlig außer Zweifel. Einfach so zu tun, als gäbe es diesen ganz speziellen Aspekt nicht, der für ihn ein so wichtiger Teil seines Wesens war, damit konnte und wollte er ihre weitere Beziehung einfach nicht belasten!
Yvonnes nackter, heißer Körper, der sich immer begehrlicher an ihn presste, die steifen Spitzen ihrer Brustwarzen, die sich aufreizend an seine Brust drängten und der kleine, runde Armstummel, mit dem sie ihm liebevoll und zärtlich über die Wange strich, brachte ihn aber schnell dazu, vorerst nicht weiter über dieses Problem nachzudenken.
Energisch verschob er alles, was ihm in den letzten Minuten so durch den Kopf gegangen war, in den hintersten Winkel seines Bewusstseins und beschloss, zunächst einmal sein Glück zu genießen und abzuwarten, wie das mit Yvonne sich weiter entwickeln würde.
Er gab sich innerlich einen Ruck, schob Yvonne auf Armeslänge von sich und sagte betont forsch:
„“Ich dachte es gibt Frühstück? Was ist jetzt damit? Mann o Mann, hab‘ ich vielleicht einen Bärenhunger!“
Yvonne lächelte ihn strahlend an: „Ja mein Herr, ist schon da, entschuldigen Sie bitte, dass der Zimmerservice sich so vergessen konnte und die richtige Reihenfolge nicht eingehalten hat! Heute wird also zuerst mal im Bett gefrühstückt, danach … mhh, mal sehen, ich hätte da ja ein paar höchst reizvolle Vorschläge – aber erst frühstücken!“
Robert konnte vor Begeisterung keinen Blick von Yvonne lassen, als sie sich mühsam und schwerfällig aufrichtete und dann auf das Tablett zeigte: „Bitte sehr, bitte gleich mein Herr!“ Sie kicherte schelmisch: „Aber schlag dir bloß nicht den Bauch zu voll damit, sonst hast du dann keinen Platz für den Nachtisch mehr …, was ich zutiefst empörend fände. Wo ich mir doch hab‘ sagen lassen, dass man sich das Beste immer zum Schluss aufheben soll!“
Verführerisch wiegte sie sich in den Hüften und streckte ihre Brust heraus. Robert bekam vor lauter Aufregung einen trockenen Mund und ganz kleine Augen, als er lüstern auf ihre aufreizend wippenden Brüste mit den langen, steil aufgerichteten Warzen starrte und dann wieder abwechselnd auf das dunkle, dicht behaarte Dreieck ihrer Scham und den wackelnden, zuckenden Stumpf an ihrem Oberarm, der bei jeder Bewegung ihres Oberkörpers ständig unkontrolliert hin und her schwang.
Er war sich der Doppeldeutigkeit seiner Bemerkung durchaus bewusst, als er mit belegter Stimme sagte: „Prima, das sieht ja richtig lecker aus!“
Er leckte sich über die trockenen Lippen, schluckte krampfhaft ein paar Mal und räusperte sich vernehmlich, ehe er weiter reden konnte.
„Ich schenke uns schon mal den Kaffee ein und dann schlage ich vor, du ziehst das Bein wieder aus und kommst zu mir unter die Decke.“
Beinahe hätte er dann allerdings den Kaffee verschüttet, weil er in seiner Aufregung so schusselig nach dem Frühstückstablett griff, dass es ihm beinahe aus den Händen gerutscht wäre. Mit zittrigen Fingern klappte er es auf und stellte es über seine Beine. Rasch goss er für sie beide den Kaffee in die Tassen, allerdings nicht ohne aus den Augenwinkeln immer wieder einen schnellen Blick auf Yvonne zu werfen, wie sie langsam und steifbeinig um das Bett herum stelzte.
Noch im Stehen öffnete sie das Ventil an ihrer Prothese und Robert konnte ganz deutlich das leise Zischen hören, mit dem die Luft durch das kleine Loch in den Prothesenschaft hinein gesaugt wurde. Mit einem erleichterten Seufzer zog Yvonne vorsichtig ihren Beinstumpf aus dem harten Köcher und ließ die Prothese achtlos zu Boden gleiten. Ganz automatisch hob sie den Stumpf ein wenig an und strich prüfend mit der Hand über die gerötete, runzlige Haut an der Stumpfspitze.
„Ah, tut das gut!“, entfuhr es ihr, als sie den Beinstumpf sanft massierte und zur Auflockerung leicht hin und her schwang. Anmutig wie eine Ballerina auf dem Seil balancierte sie auf ihrem Bein, fand Robert.
Um dabei nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen, musste Yvonne außerdem ständig mit dem seitlich weg gestreckten Armstumpf heftig in der Luft herum rudern, was den Eindruck einer Hochseiltänzerin noch verstärkte.
Als sie dann endlich wieder gerade stand, schaute Robert sie nur sprachlos vor Bewunderung an. Da stand sie nun, ohne Prothesen und völlig nackt, die Frau seiner Träume!
Sie schwankte leicht hin und her um das Gleichgewicht zu halten, seidig schimmerte ihre helle Haut im funkelnden Licht der Sonnenstrahlen, die sich in den Fensterscheiben brachen, was sie noch schlanker und graziler erscheinen ließ, als sie ohnehin schon war!
Robert war schon gestern, als er Yvonne zum ersten Mal ohne ihre Prothesen gesehen hatte, von ihrer unglaublichen Zartheit und Anmut überrascht gewesen, was ihm jetzt aber ganz besonders ins Auge fiel, war diese einzigartige Asymmetrie zwischen ihrer linken und rechten Seite.
Da war ihr langes, makelloses linkes Bein, das nun allein Yvonnes ganzes Gewicht tragen musste, seit von ihrem rechten Bein nur noch ein kurzer Stumpf übrig war. Leicht zuckend hing der kurze Stummel dick und rund neben dem gesunden Bein, noch über der Mitte des Oberschenkels endete er in einer weichen, sanften Rundung, mit einer kleinen, knotigen Delle an der Spitze, wo die weißlichen Narben der Nähte zusammentrafen, die in weitem Bogen quer über das ganze Stumpfende liefen.
Da war auch der schlanke und doch kräftige Arm, der an ihrer linken Seite herunter hing, mit dieser wunderbar weichen, warmen Hand und diesen langen, fein gliedrigen Fingern – und der Arm auf der rechten Seite, der knapp über dem Ellenbogen in der gleichen sanften Rundung endete, wie Yvonnes rechtes Bein. Schlaff und kraftlos hing er jetzt fast bewegungslos herunter, die Haut blass und stumpf, nur an der Spitze faltig und bräunlich verfärbt.
Und trotzdem wirkten Yvonnes Stümpfe überhaupt nicht plump, wirkte ihr ganzer Körper weich und harmonisch abgerundet!
Mit ein paar kleinen Hüpfern kam Yvonne bis an die Bettkante heran, und bei jedem Hüpfer wackelten ihre Brüste und die dicken, Knochen losen Fleischpolster an den Stumpfenden schwabbelten aufreizend hin und her. Immerzu auf der Stelle weiter hüpfend, drehte sie sich langsam um, ehe sie sich schließlich ganz vorsichtig aufs Bett sinken ließ.
Ein bisschen rot im Gesicht und leicht verlegen schlüpfte sie rasch zu Robert unter die Decke. Yvonne war nämlich nicht entgangen, dass Robert sie mit einem etwas eigenartigem Blick angesehen hatte, einem Blick, den sie augenblicklich nicht so recht einordnen konnte. Sie hoffte nur, dass er sich zuletzt nicht doch noch an ihrer Behinderung stören würde. Bestimmt war es kein übermäßig anregender Anblick, sie so unbeholfen und ohne Prothese herum hüpfen zu sehen, sagte sie sich etwas unbehaglich.
Da wusste sie aber auch noch nicht, wie falsch sie mit ihrer Befürchtung lag!
Entschuldigend stotterte sie: „Ich… ich weiß schon, es sieht…, na ja,… also, es sieht ein bisschen wie beim Sackhüpfen aus, wenn ich versuche, mich ohne meine Prothese zu bewegen. Aber man gewöhnt sich dran, du wirst sehen. Du kannst ja auch weg schauen, wenn es dich ab stößt, ich weiß, ich bin kein schöner Anblick dabei.“
Ihre Stimme klang ängstlich und bittend und wie Schutz suchend schmiegte sie sich dabei fest an Robert.
Zärtlich legte er einen Arm um sie und streichelte sanft ihren Armstumpf. Dann grinste er spitzbübisch und sagte neckend: „Bevor ich dich gesehen hab‘, war mir gar nicht bewusst, dass Sackhüpfen so sexy sein kann! Schatz, du siehst einfach umwerfend aus, immer!“
Sie spürte, wie ihr vor Erleichterung die Tränen aufstiegen, deshalb konnte sie nur leise flüstern: „Mein Gott, du bist sooo süß Robert! Was hab‘ ich bloß für ein Glück gehabt, dass ich dich getroffen hab‘! Weißt du, die paar Männer, die sich in den letzten Jahren überhaupt noch für mich interessiert haben, die haben das mit meiner Behinderung nicht so locker gesehen. Sobald die nämlich gemerkt haben, wie ich wirklich ausschaue – so ganz ohne, da ist denen allen gleich die Lust vergangen, mit so einem Krüppel wie mir ins Bett zu gehen!“
In dem Moment war Robert drauf und dran, ihr doch schon jetzt von seiner besonderen Neigung zu erzählen, aber irgendwie brachte er dann doch noch nicht den Mut dafür auf. Mehr denn je hatte er eine unbeschreibliche Angst davor, dass Yvonne ihn nicht verstehen, geschweige denn seine Neigung gutheißen würde – und das hieße dann eben, dass der Traum seiner Liebe zu seiner Traumfrau schon wieder aus geträumt war, noch ehe er so recht begonnen hatte, Wirklichkeit zu werden!
Wie sonst, wenn nicht als verabscheuungswürdigen Perversen, konnte man einen solchen Menschen wie ihn denn auch sehen?
Nervös biss er sich auf die Lippen. Was, wenn Yvonne ihn nach einem solchen Geständnis einfach hinaus schmiss? Er hatte ja schließlich keine Ahnung, wie sie darauf reagieren würde, er hatte nicht einmal einen Anhaltspunkt dafür, denn bisher hatte er noch nie irgend jemand ein Sterbenswörtchen davon erzählt, so sehr es ihn auch manchmal gedrängt hatte, sich diese Last von der Seele zu reden.
Und eine Last war es! Auch jetzt wieder fühlte er sich schuldig, weil ausgerechnet die körperlichen Eigenheiten Yvonnes, die ihr den größten Schmerz und den tiefsten Abscheu vor sich selbst verursachten, weil ausgerechnet ihre Stümpfe also auf ihn eine geradezu magische erotische Anziehungskraft ausübten.
Zum zweiten Mal riss ihn Yvonnes schmeichelnde, weiche Stimme aus seinen trüben Gedanken: „Jetzt lass uns erst mal frühstücken, bevor der Kaffee noch ganz kalt wird, und danach möchte‘ ich gern noch ein wenig mit dir kuscheln.“
Sie rückte noch näher an ihn heran, schaute ihn mit verliebten Augen zärtlich an und strich mit ihrer Hand, Traum verloren vor sich hin lächelnd, unter der Decke langsam über seinen Bauch hinunter, bis ihre Finger sich fest um sein steifes Glied schlossen und das Lächeln auf ihrem Gesicht unvermittelt von erwartungsvoller, lüsterner Begierde abgelöst wurde.
Einen Moment schien sie unschlüssig zu sein, aber mit einem entsagenden Seufzer löste sie schließlich ihren Griff und zog die Hand zögernd wieder unter der Decke vor. Beide sahen einander unvermittelt tief in die Augen, und beide wurden plötzlich rot wie die Schulkinder, so deutlich stand ihnen beiden das Verlangen ins Gesicht geschrieben.
Schweigend und einander immer wieder begehrliche Blicke zuwerfend, rückten sie dann in genießerischer Vorfreude dem ausgiebigen Frühstück, das Yvonne zubereitet hatte, zu Leibe.
Dabei konnte Robert, der Yvonne ständig fasziniert beobachtete, sich oft nicht genug wundern, wie geschickt und gekonnt sie fast alles mit nur einer Hand machte, wie selbstverständlich sie aber auch immer wieder ihren Stumpf zu Hilfe nahm, wenn es nicht anders ging.
Robert hatte sich zwar schon früher öfter vorgestellt, wie es wohl wäre, nur einen Arm oder ein Bein zu haben, aber erst seit er Yvonne kannte, konnte er sich wirklich Stück für Stück ein richtiges Bild davon machen, was es hieß, mit nur einem Arm und einem Bein zurechtkommen zu müssen!
Langsam wurde ihm auch klar, dass es ein gewaltiger Unterschied war, so eine amputierte Frau nicht bloß zu begehren, sondern mit einer solchen Frau auch tatsächlich zusammen zu leben. Er nahm sich jedenfalls ganz fest vor, alles zu tun, um ihr das Leben nicht noch zusätzlich schwerer zu machen. Trotz aller guten Vorsätze, das gestand er sich unumwunden ein, würde es aber auch für ihn nicht immer leicht sein, mit all den großen und kleinen Einschränkungen zu leben, die Yvonnes Behinderung mit sich brachte.
Trotzdem ihm all das durch den Kopf ging, ließ er sich doch das Frühstück schmecken und als die letzten Krümel vom Tablett verschwunden waren und auch der letzte Schluck Kaffee ausgetrunken war, ließ er sich seufzend, mit über dem Bauch gefalteten Händen, träge in die aufgetürmten Kopfpolster zurück sinken. Mit einem zufriedenen Schmatzen wischte er sich über den Mund und meinte Augen zwinkernd zu Yvonne: „Mein Gott, jetzt könnte ich wirklich nicht einmal mehr ,paff‘ sagen! Das war ja ein ganz wunderbares Frühstück! Wie konntest du mir nur so lang verheimlichen, was für eine tolle Köchin du bist?“
„“Ergebensten Dank für dieses Kompliment!“, gab Yvonne spöttisch zurück: „Du bist also auch bloß einer von diesen Süßholzrasplern, die einer Frau schon schön tun, wenn sie eine Kaffeemaschine richtig bedienen kann! Da danke ich aber dafür!“
„Liebe Yvonne! Ich bin zutiefst entrüstet! Wie kannst du nur so schlecht von mir denken?“ erwiderte Robert mit gespielter Ernsthaftigkeit. Dann grinste er fröhlich: „Also ehrlich, ich erkenne eine gute Köchin wirklich immer auf den ersten Blick, äh… Bissen!“
Yvonne gab ihm einen zärtlich Kuß auf die Wange: „Ach Schatz, ich weiß doch, dass du es gut mit mir meinst, danke.“
Robert sah sie mit unergründlicher Miene von der Seite an: „Bist du dir da auch wirklich ganz sicher?“ Plötzlich lachte er: „Na gut, dann werde ich jetzt erst mal die Reste unseres Mahls zurück in die Küche bringen.“
Bevor Yvonne noch irgend etwas sagen konnte, drückte Robert ihr einen schallenden Kuss auf die Stirn und verschwand mit dem Tablett in Richtung Küche.
Dort ließ er sich mit dem Aufräumen des Geschirrs und allem anderen viel Zeit, damit er noch einmal in Ruhe darüber nachdenken konnte, wann und wie er Yvonne von seiner ganz speziellen Neigung erzählen sollte. Er ließ sich so viel Zeit damit, dass Yvonne ihm schon nachkommen wollte, weil er so lang fort blieb.
Sprung bereit saß sie nackt und mit roten Wangen ein bisschen aufgeregt auf der Bettkante und sah ihm ein klein wenig vorwurfsvoll entgegen, als er endlich wieder ins Schafzimmer zurück kam. „Ich hatte direkt schon Angst, dass du dich verlaufen hast!“, begrüßte sie Ihn schnippisch.
„Na hör‘ mal, ein alter Mann ist doch kein D-Zug! Und überhaupt, warum denn so ungeduldig? Der Tag hat schließlich gerade erst angefangen und wir haben doch noch alle Zeit der Welt!“, beschwichtigte Robert sie.
Die auffallende Schnelligkeit, mit der er sich dann wieder zu Yvonne ins Bett legte, schien seine Worte allerdings Lügen zu strafen.
Kaum hatte er sich unter die Decke verkrochen, rutschte Yvonne auch schon immer weiter auf Roberts Seite hinüber, bis sie endlich seinen warmen Körper an dem ihren spüren konnte. Ganz eng schmiegte sie sich zuletzt an ihn und schnurrte dabei wie ein zufriedenes Kätzchen. Zögernd legte sie ihren Armstumpf leicht auf Roberts Brust und drückte ihren Beinstumpf an seinen Oberschenkel. Dann rieb sie mit beiden Stümpfen sanft über seine Haut und fuhr ihm mit der Hand liebevoll durchs Haar.
Robert gefielen Yvonnes Zärtlichkeiten ungemein und besonders erregte ihn natürlich, was Yvonne mit ihren Stümpfen machte! Davon hatte er schon immer geträumt!
Vorsichtig tastete er nach Yvonnes Armstumpf, presste ihn fest an sich und streichelte ihn genießerisch. Einen Moment nur zuckte Yvonne bei dieser Berührung zusammen, dann entspannte sie sich aber sofort und drängte sich noch dichter an ihn, als er seine Hand langsam über ihren Bauch bis hinunter zu dem weichen, runden Stummel an ihrem rechten Oberschenkel wandern ließ. Und während er ihren Stumpf heftig zu kneten begann und mit der anderen Hand immer aufgeregter ihren Rücken streichelte, sagte Yvonne ganz leise und zärtlich: „Robert, Liebster, ich möchte, dass du weißt, dass die letzte Nacht mit dir etwas ganz besonderes für mich war. So zärtlich und lieb war noch keiner zu mir, nicht einmal vor dem verdammten Unfall. Es war einfach wunderschön! Du hast mir wirklich das Gefühl gegeben, dass ich für dich eine vollwertige, begehrenswerte Frau bin, obwohl ich nur mehr einen Arm und ein Bein habe. Und ich hab‘ schon geglaubt, dass kein Mann so was wie mich überhaupt noch anschauen mag!“
Robert wurde ganz rot vor Stolz, aber auch vor Verlegenheit. „Ach was!“, meinte er wegwerfend: „Die anderen haben halt nicht richtig hin geschaut! Du bist nämlich eine sehr schöne Frau und für mich genau die Richtige. Ich hab‘ dich wahnsinnig lieb, und für mich bist du so, wie du bist, die aller schönste Frau auf der ganzen Welt! Abgesehen davon würde ich dich sowieso gegen keine andere Frau auf der ganzen Welt eintauschen, ganz egal, wie viele Arme oder Beine die hat!“
Yvonne lachte glücklich: „Mein Gott Robert, du bist wirklich süß! Womit hab‘ ich nur so was Liebes wie dich verdient?“
Sie schaute ihn ganz verliebt und zärtlich an, plötzlich aber wurde sie sehr ernst und fragte ein bisschen ungläubig: „Und du willst mir ernsthaft weismachen, dass ich mit diesen abscheulichen Dingern da“ – und dabei wackelte sie heftig mit ihren Stümpfen: „dass ich also trotz dieser… dieser …“ sie stockte ein bisschen, dann presste sie trotzig heraus: „trotz meiner Stümpfe…, dass ich trotzdem für dich attraktiv bin?“
Robert spürte, dass sie jetzt am entscheidenden Punkt ihrer Beziehung angelangt waren. Und er war mehr denn je entschlossen, ihr lieber gleich reinen Wein einzuschenken. Lieber wollte er Yvonnes Liebe gleich wieder verlieren, als ihr etwas zu verbergen, was sie früher oder später auf irgend eine Weise ja doch herausfinden würde. Nein, er wollte keine Geheimnisse vor ihr haben, und außerdem: wer sagte denn, dass sie es wirklich so schlimm finden würde, wenn er ihr gestand, dass es gerade ihre Stümpfe, gerade die ungewöhnliche, unnachahmliche Art, wie sie aussah und wie sie sich bewegte, dass es eben gerade diese faszinierende Andersartigkeit war, die er so besonders aufregend an ihr fand?
„Yvonne?“ Seine Stimme war heiser und er musste mehrmals heftig schlucken, so nervös war er plötzlich.
„Ja, was gibt es denn?“ Yvonne spürte, wie ihre Frage ihr unangenehm schrill in den Ohren klang. Sie war alarmiert, kam jetzt das Ende ihres kurzen Glücks, war der Traum, den sie letzte Nacht geträumt hatte, gleich aus geträumt?
„Hör‘ mal Yvonne.“ Robert leckte sich unsicher die Lippen, dann gab er sich einen Ruck und sprudelte heraus: „Also, die Sache ist so… Ich… Also, ich hab dich ganz furchtbar lieb und ich will dich nie, nie mehr verlieren, aber ich hab einfach Angst, dass du mich in ein paar Minuten hochkant hinaus wirfst!“
„So rede doch endlich, sag schon, was los ist! Wenn du mir bloß sagen willst, dass es zwar schön war mit mir, dass du aber lieber nicht mit einem Krüppel wie mir zusammen sein willst, dann sag es nur, ich bin schließlich Kummer gewohnt, seit dem da!“ Wieder schüttelte sie ihre Stümpfe und verzog angewidert das Gesicht.
„Ach Scheiße!“, sagte Robert erregt, dann fuhr er ruhiger fort: „Also, nochmal von vorne. Ich liebe dich Yvonne, mehr als ich je eine Frau geliebt habe, das musst du mir einfach glauben. Wir kennen uns erst seit so kurzer Zeit und trotzdem habe ich schon jetzt das Gefühl, dass ich dir alles anvertrauen kann, egal wie schrecklich es auch ist.“
Yvonne richtete sich ein wenig auf, um Robert besser in die Augen sehen zu können, dann flüsterte sie: „Und was ist das Schreckliches, das du mir sagen musst?“
Robert streckte ihr bittend die Arme entgegen und murmelte beschwörend: „Versprich mir zuerst, dass du mich zu Ende anhörst und dann darüber nachdenkst, ehe du dir ein Urteil über mich bildest – bitte! Aber ich kann das einfach nicht mehr länger für mich behalten, ich muss das jetzt einfach loswerden! Ich werde dir also beichten, was ich bisher noch keinem erzählt hab‘!“
Robert wand sich unbehaglich, er schien sich entsetzlich zu schämen für das, was er zu sagen hatte und mit einem Mal war Yvonnes ganze Angst und Unsicherheit der letzten Minuten wie weggeblasen. Sie fühlte nur mehr eine große Zärtlichkeit, eine unendliche Liebe für den verlegen herum drucksenden, schrecklich aufgeregten Mann an ihrer Seite.
Aufmunternd lächelte sie Robert zu: „So spucke es schon endlich aus. Fressen werde ich dich schon nicht, also was soll dir schon groß passieren! Raus mit der Sprache, was bedrückt dich?“
Robert seufzte: „Ich habe es wirklich noch nie jemand erzählt und es klingt vermutlich total verrückt. Ich kann es dir auch nicht erklären warum, aber… also: schon seit meiner frühesten Jugend haben mich Amputierte fasziniert. Und vor allem von amputierten Frauen fühle ich mich besonders angezogen! Mein Gott! Jahrelang habe ich versucht, eine Frau wie dich kennen zu lernen, ohne den leisesten Erfolg. Und dann hab‘ ich dich gesehen und mich auf der Stelle in dich verliebt. Dabei hab‘ ich da noch nicht einmal geahnt, dass du amputiert bist! Als ich dich dann näher kennen gelernt hab‘ und plötzlich bemerkt hab‘, was mit dir los ist, war das, als ob ein Traum endlich wahr wird! Du warst so unwahrscheinlich schön und lieb und süß und … und noch dazu wirklich und wahrhaftig amputiert! Ich war im siebenten Himmel und fest entschlossen, mein Glück mit beiden Händen zu packen und es für immer festzuhalten. Musst es ihr ja nicht auf die Nase binden, hab‘ ich mir gesagt. Aber nach der letzten Nacht und nach dem Aufwachen heute früh, da kann ich das nicht länger vor dir verstecken. Ich ertrag‘ es einfach nicht! Meinetwegen halt mich für pervers, dass ich etwas schön finde, was für dich nur Kummer und Schmerz bedeutet, aber ich finde deinen Körper so, wie er ist, tausendmal schöner als den jeder anderen Frau! Ich weiß, ich hätte dir vielleicht schon früher davon erzählen sollen, aber ich wusste einfach nicht wie! Und ich hab‘ mich so sehr in dich verliebt, dass ich dich auf keinen Fall mehr verlieren wollte! Und dabei hab‘ ich dich vielleicht gerade deshalb jetzt verloren!“
Yvonne war mehr als nur überrascht. Yvonne war verwirrt und im ersten Augenblick empört und schrie aufgebracht: „Aber warum, warum nur? Wie kannst du denn das hier schön finden?“ Dabei hielt sie ihm ihren Armstumpf direkt vor die Nase.
„Meine Güte, Yvonne, ich weiß auch nicht warum, das hab‘ ich mich natürlich all die Jahre oft genug selber gefragt! Andere stehen eben auf lange Beine, einen großen Busen oder was weiß ich! Ich hätte mich aber auf jeden Fall in dich verliebt, auch wenn du nicht amputiert wärst und noch beide Arme und beide Beine hättest! Natürlich würdest du mir auch dann gefallen haben, aber ich liebe dich nun mal so, wie du jetzt bist, noch viel, viel mehr! Du kann dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie wahnsinnig erotisch das ist, wenn du mich mit deinen Stümpfen berührst, das ist ein so erregender Reiz, den kann mir sonst keine andere Frau geben außer dir! Vielleicht hältst du mich jetzt ja doch für pervers, aber für mich bist du eben wegen deines einzigartigen Körpers die schönste Frau der Welt und so wie eben andere Männer Frauen mit großen Titten besonders sexy finden, finde ich halt dich besonders aufregend!“
Benommen schüttelte Yvonne den Kopf. Das hatte sie nicht erwartet, das nicht! Mit allem Möglichen hatte sie gerechnet, aber nicht mit so was! Roberts Worte rasten durch ihren Kopf, ihre Gedanken fuhren Ringelspiel und sie hatte Mühe, sie wieder unter Kontrolle zu bringen.
Zuerst war sie ja überhaupt nicht beglückt bei dem Gedanken daran, dass Robert ausgerechnet ihre Behinderung, die ihr so entsetzliche Schmerzen zugefügt und so viele Einschränkungen gebracht hatte, auch noch attraktiv und sogar besonders erotisch fand.
Doch je länger sie darüber nachdachte, und je unvoreingenommener sie sich die letzten Wochen mit Robert – und besonders die letzte Nacht mit ihm! – ins Gedächtnis rief, desto mehr änderte sich ihre Einstellung. Langsam verrauchte ihr anfänglicher Zorn und ihr Abscheu vor einer derart abartigen Veranlagung! Was konnte sie Robert eigentlich vorwerfen? Tat er nicht genau das, was sie von einem Mann, den sie lieben konnte, eigentlich ganz selbstverständlich erwartete: dass er sie ganz so liebte, wie sie nun einmal war, mit diesem verstümmelten Körper, diesen beiden Stümpfen und den Prothesen, die ihr immer das Gefühl gaben, ein groteskes Monstrum zu sein! Was konnte ihr denn besseres passieren als ein Mann, der sie nicht trotz, sondern unglaublicher weise gerade wegen ihrer Amputation noch viel mehr liebte und begehrte?
So verliebt wie Robert – da biss die Maus keinen Faden ab – so zärtlich und einfühlsam war noch nie ein Mann zu ihr gewesen, nicht einmal vor ihrem Unfall! Ihn hatte es auch als Einzigen nie gestört, wenn er ihr hin und wieder mal helfen musste! Er war es meistens auch gewesen, der sie mit einer freundlichen Geste, einem netten Wort aus den peinlichen Situationen wieder heraus geholt hatte, wo sie von Leuten entgeistert angestarrt wurde, die gerade ihre Prothesen bemerkt hatten und nun vor Verlegenheit und Entsetzen nicht wussten, wie sie ihr Mitleid oder ihren Abscheu vor ihr verbergen sollten.
Und dann erst all die Männer, mit denen sie in den letzten Jahren zusammen war! Die hatten sich entweder bloß ständig für Yvonnes Behinderung geschämt, oder ihr – was fast noch mehr weh getan hatte –vor lauter Hilfsbereitschaft fast die Luft zum Atmen genommen.
Robert war da von Anfang an anders gewesen. Er hatte sie anscheinend völlig unbefangen und einfach ganz normal behandelt, er hatte ihr niemals seine Hilfe aufgedrängt, aber er schien fast instinktiv zu wissen, wann sie Hilfe brauchte – und er war zur Stelle gewesen: unauffällig, behutsam und ganz selbstverständlich hatte er getan, was sie allein eben nicht so gut konnte, ohne Herablassung und immer mit einem kleinen, freundlichen Lächeln für sie!
Und hatte es ihr nicht selbst gefallen, wie Robert ihre Stümpfe letzte Nacht geküsst und gestreichelt hatte? Kein anderer Mann hatte das jemals für sie getan, schon der Anblick ihrer Prothesen hatte meist genügt, jeden Mann in die Flucht zu schlagen! Er aber hatte ihre Stümpfe mit der gleichen aufmerksamen Zärtlichkeit wie ihren übrigen Körper geliebt, er hatte ihr so ganz ohne große Worte das Gefühl zurückgegeben, dass sie – trotzdem und noch immer – eine attraktive Frau war, zumindest für ihn!
Je länger Yvonne jetzt darüber nachdachte, desto besser gefiel ihr die Vorstellung, dass Robert sie gerade mit nur einem Bein und einem Arm noch viel attraktiver fand, wenn sie auch vielleicht noch nicht ganz verstand warum. Der Gedanke, dass sie für ihn etwas ganz Besonders und Einmaliges war, hatte schon etwas Erregendes an sich, das musste sie zugeben! Nicht nur außergewöhnlich, nein auch noch weit attraktiver zu sein als alle anderen normalen Frauen – wenn auch nur in Roberts Augen – das machte sie doch mehr als nur ein klein wenig stolz, das war geradezu Balsam für ihre Wunden!
Die Minuten, in denen Yvonne mit gerunzelter Stirn und gesenktem Kopf schweigend neben ihm hockte und angestrengt nachdachte, wurden für Robert zu einer Ewigkeit.
Er zweifelte mittlerweile sehr daran, dass es richtig gewesen war, Yvonne davon zu erzählen, zumindest hätte er ja noch auf einen besseren Zeitpunkt warten können. Jetzt würde sie ihn also hinauswerfen, das hätte er sich eigentlich denken können! Dabei liebte er sie wirklich, nicht nur weil sie amputiert war! Deswegen auch, natürlich, aber das war nur das Tüpfelchen auf dem i, bloß dass Yvonne das wohl kaum so sehen würde!
Gespannt versuchte er ihren Gesichtsausdruck zu ergründen. Mit angehaltenem Atem starrte er in ihr Gesicht, als sie ihm unvermittelt den Kopf zu wandte. Streng und abweisend schaute sie ihn an, bis der abweisende Ernst plötzlich einem leichten, glücklichen Lächeln Platz machte.
Zärtlich flüsterte sie: „Armer dummer Liebling! Und deswegen hast du dich so runter gemacht? Dabei bin ich doch so wahnsinnig glücklich, dass ich dich endlich gefunden hab‘, und wenn du mich dann auch noch in dem Zustand schön findest, dann…, ja, also dann ist dir sowieso nicht mehr zu helfen – und wenn ich so drüber nachdenke – also… mir gefällt es!“
Robert war, als fiele ihm ein Stein – ach was, ein ganzer Steinbruch! – vom Herzen.
Yvonne legte neuerlich sanft ihren Armstumpf auf seine Brust und streichelte ihn sachte. Damit erlöste sie ihn schließlich auch von seinen letzten leisen Zweifeln.
Immer noch flüsternd sagte sie: „Ich kann zwar noch nicht so recht verstehen, was du ausgerechnet daran so attraktiv findest, dass mir ein Arm und ein Bein fehlt, aber allein der Gedanke, dass ich damit für dich schöner und attraktiver bin, als all die anderen Frauen, die ich bisher so sehr um ihre tollen Beine und hübschen Hände beneidet hab‘, also das hat schon seinen Reiz! Und solange du mich wirklich nicht nur wegen meiner Stümpfe liebst, denke ich, geht das für mich in Ordnung!“ Sie lachte glucksend: „Da könnte ich mich richtig dran gewöhnen, glaub‘ ich!“
„Das tue ich bestimmt nicht, Yvonne, ganz bestimmt niemals!“, jubelte Robert: „Ich lieb‘ dich wirklich ganz und gar so, wie du bist.“
„Das wollte ich ja nur hören“ schmunzelte Yvonne und begann, Roberts Brust mit dem Stumpf ihres rechten Armes zu streicheln.
„Ist es das, was dir so gefällt?“, murmelte sie mit belegter Stimme: „Macht dich das an, dieser dicke runde Fleischklumpen da?“
Ohne ein Wort packte Robert Yvonne mit seinen starken Händen, drehte sie auf den Rücken und wälzte sich über sie. Er schaute ihr mit begehrlich funkelnden Augen ins Gesicht, das halb von den zerzausten Haaren verdeckt war. Behutsam streifte er ihre Haare zur Seite, um sie besser ansehen zu können. Etwas verdutzt blickt sie zu ihm auf, da beugte er sich langsam zu ihr hinunter und ihre Lippen trafen sich zu einem sehr langen und sehr leidenschaftlichen Kuss.
Das genügte Yvonne als Antwort auf ihre Frage…

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